wir haben keinen tiefkühlschrank, nicht mal ein eisfach.
brauchen wir auch nicht.
gemüse kaufen wir frisch, im keller hält es sich prima, ein gemüsefach tut´s aber auch, nicht jeder hat einen prima sandsteinkeller.
in den seltenen fällen in denen wir fleisch kaufen holen wir es frisch aus der fleischerei und verarbeiten es noch an diesem tag. ebenso frischen fisch. oder es gibt halt geräuchertes oder eingelegtes - matjes z.b.. fertiggerichte gibt´s gar nicht bei uns.
ein grund ist die gesundheit, und als teil der gesundheit der bauchumfang.
die traditionelle chinesische medizin geht davon aus dass lebensmittel, die einmal tiefgefroren waren, ihre energetische wirkung verlieren. daraufhin hab ich mich mal beobachtet - nach dem konsum von tiefkühl- und frischfleisch.
wer sich jetzt fragt wie ich an tiefkühlfleisch komme - das ist eine traurige geschichte:
die meisten restaurants hier in der gegend servieren sogenanntes "convienence food" - was nichts anderes bedeutet als dass nicht frisch gekocht wird aus marktfrischen zutaten sondern industriell hergestellte, mit allen möglichen - gesundheitlich fragwürdigen - hilfsstoffen vollgestopfte, portionsweise verpackte und tiefgekühlte mahlzeiten serviert werden.
in der mikrowelle aufgetaut und heissgemacht, was den armen lebensmitteln noch den rest gibt.
man sieht es an der karte und kann es schmecken (wenn man weis wie frisches essen schmeckt) ob einmal die woche der tiefkühllaster vorm gasthof parkt.
nun zum feldversuch.
frisches geflügel in der pfanne gebrutzelt. nicht nur einmal, sondern an verschiedenen tagen und auch verschiedene sorten - hähnchenbeine, -brust, putenbrust, leber. einmal auch ein rindersteak. bewusst gegessen, drauf geachtet wie ich mich in den stunden hinterher fühle. fühl ich mich satt und wie lange hält das sättigungsgefühl an? ist mein appetit auf fleisch für eine weile gestillt?
dazwischen in diversen gaststätten gegessen. fleischgerichte für die statistik ;-) und wegen fleischhiiper. was vegetarisches ist eh kaum zu bekommen.
wieder meine körperlichen reaktionen beobachtet.
das ergebnis? ratet mal.
nach dem verzehr der convienenten restaurantmenüs war kaum ein sättigungsgefühl zu spüren, kurze zeit später wollte ich wieder was essen, trotz der oft reichlichen portionen. und der appetit auf totes tier war auch nicht befriedigt.
selbstgekochtes frisches? oder die mahlzeiten in den wenigen lokalen die frisch kochen?
satt, für lange und kein bedürfniss mehr nach tierischem eiweiss für viele tage.
schlussfolgerung:
isst der mensch oft tiefgekühltes neigt er dazu zuviel zu essen und dick zu werden oder zu bleiben. ansetzen tut das "tote" essen nämlich trotzdem. kalorien überleben die tiefkühlung und auch die mikrowelle - als so ziemlich die einzigen bestandteile der nahrung.
die für die industrielle produktion nötigen zusatzstoffe können unseren körper im harmlosesten fall irritieren, im schlimmsten krankmachen.
die liebe geht durch den magen. da ist eben wirklich was dran. die alten sind nicht auf der wurschtbrühe dahergeschwommen - sie wussten dass eine mahlzeit mehr ist als gegarte lebensmittel. und so stehe ich eben in der küche rum obwohl ich manchmal keine richtige lust habe. aber die strafe für "bequemes essen" bleibt nie aus. die belohnung für die mühe des kochens aber auch nicht - ein körper im gleichgewicht, zufriedenheit und das lob der bekochten mitmenschen.
ausserdem: energieeinsparung! keine aufwendige "kühlkette" für transport und lagerhaltung notwendig und auch zu hause keine stromfressende tiefkühltruhe.
wer hier in der gegend was anständiges essen will ohne selbst zu kochen halte sich an die berggaststätten der winterberggruppe. da wurden wir noch nie enttäuscht.
(ausser in der baude am fahrstuhl in schandau. die tanzt kulinarisch aus der reihe, warum auch immer.)