KULTURTANKEN IN DRESDEN
in die landeshauptstadt gefahren, um eine sonderausstellung zu besichtigen. und auch, um ein wenig stadtluft zu schnuppern..... so schön unser waldidyll ist - manchmal kriegt man hüttenkoller.
zuerst die gelegenheit genutzt, um in einem vegetarisch/veganen & weizenfreiem bistro einen brunch/lunch zu geniessen:
JAPANISCHES PALAIS
in einem der herrlichen barockpaläste dresdens - das japanische palais - gab es die sonderausstellung zu porzellankunst der meissner manufaktur während der 40 jahre DDR......
fand ich spannend, zumal man als gewöhnlicher ddr-bürger zu ddr-zeiten kaum mal ein stück der berühmten manufaktur zu gesicht bekam.
das palais ansich ist trotz bombentreffer ein wunderschöner, beeindruckender bau..... auch wenn die 300 jahre alte darstellung eines japaners heutzutage ein wenig befremdlich wirkt:
ZEITREISE IN DIE SIEBZIGER
für die meisten bedeutet *meissner porzellan* wohl barocke entwürfe und gründerzeitlich-kitschige ausführungen.....
aber es gab schon in den 20ern eine moderne dort - expressionismus, realismus, art deco.
die ausstellung beschäftigte sich allerdings ausschliesslich mit den 40 jahren zwischen 1949 und 1989 - und wer immer dachte, im osten war es grau und langweilig, der wird hier eines besseren belehrt - unter anderem von den opulenten tafelservicen 1001nacht, sommernachtstraum und dem jagdservice.
bei den beiden ersteren fragt man sich - vor allem beim sommernachtstraum - wie die entwerfer wohl an das LSD gekommen sind ;-)
zu kaufen gabs das alles natürlich nicht im arbeiter&bauernstaat - das porzellan diente der ausstattung der staatsdinner und staatsjagden und wurde gern auch an östliche wie westliche potentaten verschenkt.......
auch war die herstellung der elaborierten, handbemalten schönheiten sicher wahnsinnig teuer und wohl kaum von den kleinen löhnen der sozialistischen bürger bezahlbar - ganz abgesehen davon, dass auch in der DDR die meisten menschen entsetzliche spiessbürger waren und mit moderne oder moderner kunst rein garnichts anfangen konnten, stattdessen lieber streublümchen auf´m porzellan liebten....
ANZUG
alles 2.hand, bis auf den seidenrock und den taschenriemen - die sind von mir.
der klassische wollmantel wurde 2x vererbt: meine oma, die von kleiner ddr-rente lebte und elegante kleidung liebte, bekam ihn von ihrer schwester (wohlhabend in der brd lebend und immer qualität kaufend) als diese ihn nichtmehr mochte - als oma starb landete er bei mir...... das stück hat schon einiges von der welt gesehen :-D
(alle fotos bahnwärter)















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