Samstag, 10. März 2018

winteraustreiben / schifferfastnacht in schmilka






heidenspass!

am letzten sonnabend im februar versammelten sich die schmilkaer bürger, um dem winter unmissverständlich klar zu machen, dass er sich nun doch mal vom acker machen kann....

schifferfastnacht hat in den orten an der elbe eine lange tradition - im winter konnten die schiffer, fischer und treidler oft nicht arbeiten, weil eis den fluss blockierte. in dieser zeit verdiente man natürlich nix - also war man froh wenn die elbe wieder eisfrei war. ausserdem war das schiffer- und treidlergewerbe und auch die elbfischerei nicht ganz ungefährlich - mit den umzügen dankte man auch für ein unfallfreies jahr und bat um ein solches neues.

der ort ist winzig und es war kaum publikum da - alle einwohner machten beim umzug mit!
und alle gaben sich grosse mühe trotz -6°C und einer steifen brise aus ost. es war ein schönes, lustiges und rührendes spektakel....

wir hatten uns gut eingepuppt um das fest auch wirklich geniessen zu können - und am schluss bekam der BW sogar noch die lang ersehnte wurst!

























































Mittwoch, 7. März 2018

E I S G A N G




durch den auwald hinunter zum fluss - die sonne knallt vom himmel und der ostwind hält dagegen - minus 8°.
bevor ein so schnell fliessender fluss, wie die elbe hier oben, eis bildet, muss es schon sehr lange sehr kalt sein.....

was hier leider so gar nicht rüberkommt ist die geräuschkulisse der treibenden eisschollen und des im trocknen gras raschelnden windes.....
ich muss das mit dem video wohl doch mal lernen.


























Sonntag, 4. März 2018

mehr barock #pillnitzer lustschloss


oder warum es uns immerwieder dorthin zieht......













glückliche stunden

wir haben beide schöne kindheitserinnerungen an schloss & park pillnitz - der bahnwärter wohnte im ort und hat mit seinen freunden fussball auf dem schlossrasen gespielt.
ich war oft mit den grosseltern da - sie machten mit uns ausflüge zu den schlössern der weiteren umgebung - wenn wir nicht gerade durch die wälder wanderten. und schon als kind war ich hin&weg von der zauberhaften datcha von august dem starken, kurfürst von sachsen und (ein bisschen) könig von polen.

geplant und gebaut wurde die anlage im hochbarocken chinoiserie-stil - damals der letzte schrei. alles "chinesische" faszinierte die leute. wobei "china" für die meisten damals am kaukasus anfing und im pazifik endete. und so wurde fröhlich indisches, südostasiatisches, japanisches und eben auch chinesisches gemixt - mit einer prise südsee obendrauf.
die schlossanlage strahlt selbst im tiefsten winter bei eiseskälte ein wunderbare heiterkeit und anmut aus - und SO sah es dort im sommer 2009 aus - bei unserer hochzeit:





















dass die im barock was vom feiern verstanden imponiert uns beiden sehr - folgenden text habe ich bei wikipedia gefunden:

Hochzeit des Sohnes Augusts des Starken

Die 4 Mio. Taler teure Hochzeit des Kurprinzen mit der Kaisertochter 1719 ging besonders opulent vonstatten: Die Braut, die am 2. September Pirna erreichte, ging an Bord des Bucentauro, einer Replik der venezianischen Staatsgaleere, und fuhr mit dieser, begleitet von anderen Prunkschiffen und -gondeln sowie mit Musik von Hebenstreit, Buffardin, Weiss, 6 Oboisten und 2 Hornbläsern, in Dresden ein. Das Brautpaar traf sich anschließend mit August auf der mit türkischen Zelten dekorierten Vogelwiese und hielt mit über 100 geschmückten Kutschen Einzug ins Residenzschloss. Die prunkvolle Parade wurde mit Trompeten- und Paukenmusik von den Triumphbögen und Kirchentürmen aus begleitet. Am 3. September besuchte der Hof ein feierliches Te Deum mit Musik des Hoftrompetencorps in der Katholischen Hofkapelle. Während des Stückes wurden 330 Salutschüsse abgefeuert, gefolgt von einer Festtafel im Schloss, begleitet mit Hofkapellmusik und Singeinlagen sowie dem Besuch von Lottis Opera seria pastorale „Giove in Argo“ im neuen Opernhaus am Abend. Am 4. September folgten ein Tanzabend mit 94 Musikern im Riesensaal des Schlosses sowie französische („Ariane“), ferner italienische Theaterstücke am 5. und 6. September. Außerdem fand ein sog. „Kampf-Jagen“ statt: begleitet von Horn-, Trompeten- und Paukenklängen sowie über 4000 Besuchern wurden in einem hölzernen Amphitheater verschiedene wilde Tiere (2 Löwen, 1 Panther, 1 Pavian, 6 Bären, Wildschweine und Auerochsen) aufeinander losgelassen und dann von August und dem Brautpaar abgeschossen. Am 7. September wurde Antonio Lottis Oper „Ascanio overro Gli odi delusi dal sangue“ sowie ein italienisches Theaterstück aufgeführt. Am 8. und 9. September fanden im Innenhof des Marstalls „Damen-Rennen“ und „Ringspiele“ sowie am Abend italienische Komödien und französische Tragödien („l’Inconnue“) statt. Am 10. September, dem Tag des Sonnenfestes, wurden Heinichens Festoratorium „La gara degli dei“ und später ein Feuerwerk, begleitet von 64 Trompeten, 8 Pauken und Tafelmusik, aufgeführt. Die Aufführung des französischen Theaterstücks „Hypermnestre“ folgte am 11. September. Am 12. September fand das Marsfest statt: Wettkämpfe zu Pferde und zu Fuß sowie am Abend Theater. Am 13. und 15. September wurde „Teofane“ im Opernhaus und „Li quattro elementi accompanimenti“ (beide von Antonio Lotti) im Schlossgarten aufgeführt – ergänzt durch französisches Theater am 14. September. Am 15. September dann das Fest des Jupiter mit einem „Karussell der vier Elemente“ – einer Pferdevorführung mit Militärmusik und italienischem Theater am Abend. Am nächsten Tag war Tanzabend, und am Tag darauf fand das Fest zu Ehren der Erdgöttin Erda statt, bei dem eine Aufführung von 300 Janitscharen mit 24 Mohren und 12 Heiden (deutschen und polnischen Lakaien) in türkischen Gewändern stattfand – am Abend „Nacht-Schießen“.

Die Serenate „Diana sul’ Elba“ von Johann David Heinichen zu Ehren der Jagdgöttin wurde am 18. September auf einem aufwändig dekorierten Schiff, in der Form einer riesigen Muschelschale, mit 4 „Nymphen“ an Bord und gezogen von 4 „Seepferdchen“, aufgeführt. In der anschließenden Wasser-Jagd wurden 400 Hirsche, Rehe und Wildschweine in die Elbe getrieben, um danach abgeschossen zu werden – am Abend italienisches Theater. Am 20. September fand das Merkurfest statt, das einen festlichen Umzug, die Aufführung einer italienischen Kantate, einen großen „Jahrmarkt der Nationen“, eine Messe und eine Lotterie im Zwinger umfasste – die Braut wurde in einem prächtigen Muschelwagen ins Festgelände eingefahren. Am folgenden Tag war Theater. Unter den vielen anderen Aktivitäten waren auch die Aufführung des französischen Divertissements „Les quatres saisons“ mit einem Text von Poisson und der Musik des Kapellmeisters Schmidt am Tage des Venusfests (23. September) unter freiem Himmel im Großen Garten, bei dem auch über 100 Angehörige des Hofes im Venustempel neben dem Palais selbst tanzten und zu der auch Georg Friedrich Händel aus London und Georg Philipp Telemann angereist waren – sicher auch, um das neue Opernhaus am Zwinger, das größte und prunkvollste seiner Zeit, zu sehen. Zuletzt fand am 26. September im Plauenschen Grund das Fest des Saturnus statt, das eine Bergparade, ein üppiges Festbankett, eine Jagd, Vokalmusik und eine italienische Komödie umfasste. August gab ein aufwendiges Buch mit Kupferstichen von diesem Fest in Auftrag. Anschließend fand noch ein „Klopf-Jagen“ statt. Die Feierlichkeiten fanden mit weiteren Aufführungen von Antonio Lottis Oper „Ascanio“ am 24. und 29. September sowie von italienischem Theater am 28. September ein Ende.


















ausbeutung? das hat sich seit damals nicht wirklich geändert - es heist nur nicht mehr "leibeigene" sondern "konsumenten".....

müssig darüber nachzudenken, wieviele musik-&theaterstücke nie geschrieben, schlösser & parks nie gebaut und bilder nie gemalt worden wären ohne des augusts lust an pomp&protz. und die ewige feierei kurbelte die wirtschaft an - all das was für ein rauschendes fest gebraucht wurde, musste ja produziert, transpotiert und gehandelt werden.... heerscharen von bediensteten standen in lohn&brot.


und nur weil der kurfürst gold für seine party-kasse erschaffen lassen wollte, erfand der johann friedrich böttcher mal so nebenbei das europäische porzellan.
aber das ist schon wieder eine andere geschichte....