Donnerstag, 16. Januar 2020

neujahrsempfänge






E I G E N T L I C H . . . 

...bin ich ja eher so der "garten-eremit" - mir reichen haus&garten plus wald zum wandern und katze und mann zusammen mit einem handverlesenen freundeskreis...... meist jedenfalls.

aber ich hab nicht nur hin&wieder das bedürfnis nach gesellschaft - sondern auch, mich einzumischen.
dafür gehe ich dann doch unter menschen - sogar auf offizielle empfänge. irgendwo tut sich vll. eine tür auf, in die ich einen fake-python-überzogenen fuss stellen kann!
ist natürlich nicht immer von erfolg gekrönt - die rumsteherei zwischen "pinguinen", zumindest selten direkt - dafür gibt´s freigetränke - hihi.


und was trägt man so?

was starkes natürlich. etwas, dass dem selbstbewusstsein gut tut, bloss nicht zu niedlich... ausser man geht eh nur wg. der drinks - dann is wurscht wie man ausschaut.

und im besten falle was vintages - zumindest 2.hand wäre gut fürs umweltgewissen. noch ein vorteil von vintage: sichtbar hohe qualität. die fummel von früher - hier späte 50er/frühe 60er - machen was her. und so ein seit 80 jahren totes krokodil auch - ganz ohne mikroplastik bei schritt&tritt zu verlieren...... der schmuck ist aus bein - also knochen - und messing. 
das kleid ist aus handgewebter wolle, laut etikett (leider bei der futter-erneuerung verlorengegangen) aus einem der vielen kleinen couture-häuser, die es bis vor 30 jahren in europa gab..... 2.hand gekauft vor mindestens 12 jahren.  der grüne tweedmantel ist auch vintage - vor 10 jahren in berlin erstanden und seitdem jeden winter wieder schick! und warm!

tip: achtung stehempfang - besser man lässt die highheels zu hause.

getragen auf dem neujahrsempfang von sachsens ministerpräsident im hygienemuseum (herrliche lokation!) - und dem des örtlichen bürgermeisters 3 tage später.
(zwischendurch hing das kleid zum lüften im garten ;-D)









Sonntag, 12. Januar 2020

darum.....





.....lebe ich auf dem land

als ich mir nach über 20 jahren grossstadt (DIE grossstadt berlin nebenbeibemerkt) aussuchte, hierher in die waldeinsamkeit zu ziehen - die nächste stadt eine winzige kleinstadt - da stiess ich auf viel unverständnis: "wieso willst du dich dort vergraben?!"....

*hier fröhliches lachen meinerseits einfügen****

nein - vergraben bin ich hier nicht. im gegenteil - hab mich nie so frei gefühlt. 
sicher, manchmal vermisse ich die internationalen garküchen und die hippen cafés.... manchmal, ein bisschen.
die wunder der natur, die mich hier umgeben, machen sehr viel glücklicher!

wenn ich, z.b., morgens die gardine aufziehe und am westlichen himmel am hausberg ein regenbogen steht - gezaubert vom rosa sonnenaufgang! ich bin jetzt 9 jahre hier - aber das ist neu - überraschend und wunderbar..... merci, frau morgenröte!

*

am nachmittag hab ich dann die ziegen besucht und mit kastanien gefüttert - hinreissende bestien!
anschliessend oben auf dem hochland birkengeist gepielt - in alten kleidern, 2.hand und handgemacht von mir und einigen anderen menschen.......

vll. werde ich DARUM so fuchtig, wenn jemand der natur ein haar krümmt - denn mutter natur gibt mir SOVIEL: freude, glück, trost, erholung, gesundheit - und ich bin ein dankbarer mensch! 













Dienstag, 7. Januar 2020

wanderung in die vergangenheit - mit erschütterndem blick in die nahe zukunft




30.12.2019

wir starten an der neumannmühle im kirnitzschtal - die kirnitzsch ist der kleine fluss oben im bild und der name ist eine verballhornung des slawischen "die steinige".

dann geht es ein kurzes stück den grossen zschand rauf - auf der forststrasse:





aber bald biegt ein pfad ab - und der wird dann auch gleich richtig steil - und spektakulär!





"aber normal is das nich" denke ich noch beim anblick der vielen herumliegenden bäume - sturmopfer und abgesägte - und der kahlen stellen......

als wir dann um den lorenzstein rum sind schweift der blick über einen grossen kahlschlag und mehrere reihen abgestorbener fichten vor dem felsmassiv:





....da ist es tröstend, dass - wohl durch den reichlichen regen seit september - es jeder menge jungwuchs gibt zwischen den stümpfen....


die felsenburg auf dem winterstein

deshalb waren wir ja eigentlich hier. auf mittelalterlichen stufen und neuzeitlichen leitern geht es in felsspalten steil und teilweise ausgesetzt aufwärts.
von den gebäuden der burg oben gibt es nicht mehr viel zu sehen - nur ein in den fels gehauenes kellerchen, ein kleines sandsteinmäuerchen und jede menge balkenlager - häuschen & türmchen waren aus mit lehm gefülltem holzfachwerk mit strohdächern, drumrum holz-palisaden - war nicht sehr luxeriös bei raubritters im böhmischen wald....

aber dafür war der ökologische fussabdruck schön klein.





gleiche richtung - nur beim unteren bild eine "etage" höher..... und kurz vorm gipfel ein paar magere schneeflecken:





aber dann!!!

die aussicht hat uns glatt umgehauen! statt auf endlose grüne wälder guckt man neuerdings auf braune fichtenleichen und kahlschläge..... rundherum. dass es SO schlimm ist, hatte ich nicht gedacht. der ganze wald - ok., der ganze holzacker - ist dahin. während die verantwortlichen forstwirte des nationalparks vor ein paar jahren noch vom "behutsamen waldumbau" gesprochen haben - baut sich der wald grad selbst um - und zwar radikal!

zeitgleich mit uns auf dem gipfel war eine dieser vielen lauten familien, bei denen man sich fragt was die überhaupt im wald wollen - trotz abstand hörte ich sie ganz verdutzt über die toten wälder reden - alle in nagelneuen plaste-outdoor-plünnen, ihr picknick aus einem berg von (natürlich nagelneuen) plasteschachteln mampfend und diesen typischen klosteingeruch vom übermässigen gebrauch von haushaltschemie verbreitend.....

der bahnwärter streichelte beruhigend meine hand.






muss ich es erwähnen?
der bahnwärters wanderausstattung ist uralt, vintage, 2.hand - und wird auch noch ein paar jahre halten..... und ausserdem zu 90% aus naturmaterialien wie wolle oder leder. auch die gute stahl-thermos-flasche für den pausentee (essen brauchen wir auf so einer kurzen wanderung nicht) begleitet uns jetzt schon seit 12 jahren.....







Donnerstag, 2. Januar 2020

SYLVESTER 2019/2020




HOCH OBEN

die bahnwärterin (also ich) hatte keine lust zu kochen - also haben wir für den späten mittag des 31. einen tisch im panorama-restaurant vom bastei-hotel reserviert.....

vorher und nachher natürlich die aussichten und naturwunder bestaunt!




elbauf- und elbabwärts:






zum aperitif einen aperol spritz....

und als hauptgang zander-lachs-knödel und dresdner sauerbraten - beides sehr gut!





und ratet mal, wer am besten angezogen war dort oben*...genau - die in den roten 2.hand-pullovern ;-P
(war aber auch nicht schwer zwischen all den - sicher nagelneuen - schäbig aussehenden made-in-china fummeln)
*nach den kellnern - muss ich hinzufügen - die sahen alle proper aus in schwarzer weste/weissem hemd und klassischer schwarzer hose respektive rock.





manches mutet an wie die vorlage für einen japanischen holzschnitt......

.....die treppe ist tatsächlich richtig alt und gehört zu der mittelalterlichen felsenburg, die es dort oben mal gab.....





den abend haben wir dann mit einer vegetarischen kalte platte zuhause verbracht - und naturdokus geguckt. wir waren sogar zu faul, uns anzuhosen und zum bergsteigerlagerfeuer zu gehen um mitternacht....