wiese statt rasen
ich habe dieses jahr den grössten teil meines vorgartenrasens auf wiese umgestellt - damit die kleinen viecher nochmehr pollen, nektar, futterpflanzen und rückzugsmöglichkeiten finden. ausserdem mag ich blühende wiesen - trotz heuschnupfen.
vorher musste ich 1x wöchentlich den rasen mit dem elektrischen rasenmäher trimmen - eine nervige & zeitraubende angelegenheit. zumal der kleine elektrische mäher das gras kaum schaffte wenn man mal ein paar tage zulange gewartet hatte oder es noch feucht war - was ab sommersonnenwende hier eigentlich immer der fall ist.
nun habe ich einen grossen, schweren *ächz* benzinrasenmäher (2.hand) - der schafft auch hohes, feuchtes gras - aber er lärmt und eben - BENZIN! es steht zwar auf dem deckel "lärm- & schadstoffreduziert" - aber nachprüfen kann ich das nicht.
am besten wäre doch für die blumenwiese eine klassische sense!
macht keinen krach, ist leicht und stinkt nicht.
aber ich kann ja gar nicht sensen.
vom gras zum heu
wieso im atomzeitalter das gras mit solch mittelalterlichem instrument schneiden???
der gründe sind viele, erklärte mir patu. zum beispiel gibt es viele kleine und unwegsame flächen, die mit einem traktor mit mähbalken gar nicht zu bewirtschaften wären - gerade hier im elbsandstein hat die gegend eine ziemliche tendenz zur vertikalen. einfach wuchern lassen ist keine option. das gras ist nicht das problem - aber ratzfatz treiben büsche und bäume aus, aus samen oder unterirdischen ausläufern. es würde ein wald entstehen. per se nicht die schlechteste lösung - aber an einigen stellen brauchts halt auch offene landschaft - nicht zuletzt für die tier&pflanzenarten, die diese bevorzugen. und auch fürs landschaftsbild müssen die unzugänglichen & steilen wiesen gemäht werden - nennt sich alte kulturlandschaft.....
aber an diesen wiesenhängen würde ein traktor einfach umkippen. motorsense? der fachmann patu sagt, die sind viel zu unpraktisch.
???
durch den motor sind sie sehr schwer, man braucht benzin, und im nassen gras ist die handsense sowieso überlegen. vom lärm & gestank der verbrennungsmotoren mal ganz abgesehen.....
sprich - um eine alte, kleinteilige kulturlandschaft adäquat zu pflegen gibt es nichts besseres als eine sense.
und für herrlich duftendes heu sowieso.
heu machen
und sensen lernen. vielleicht gehe ich beim ziegenhirt in die lehre...
da lerne ich dann wie aus holz und eisen ein scharfes, funktionierendes werkzeug wird - ohne eine ordentlich gedengelte und geschärfte sense braucht man gar nicht auf der wiese aufzutauchen. damit es auch mit dem heu was wird, sollte man morgens zeitig anfangen zu mähen. nach dem mähen liegt das gras breit und flach auf der wiese rum und kann dadurch den tag über gut trocknen mithilfe von sonne und wind - aber spätnachmittags muss man nochmals hin und das gras zu schwaden formieren mit einem rechen - auf dem bild oben sitze ich auf einer solchen schwade, andere liegen im hintergrund. der grund - durch das schwaden wird die oberfläche des heus verkleinert, es wird nur die äusserste schicht nass durch die nachtfeuchte/den morgentau und das meiste heu bleibt schön trocken!
wenn dann noch die wettergötter mitspielen kann man am nächsten tag schon herrlichstes heu einfahren!

und was mach ich dann damit? ich habe ja keine ziegen so wie patu. aber heu soll ja auch für menschen gesund sein - äusserlich angewendet. es soll leute geben, die zahlen einen haufen geld für ein heubad in einer wellnessfarm!
übrigens - patu erzählte mir dass er auch heuschnupfen hat - aber seit er auf dem land lebt als ziegenhirte und hofknecht ist der heuschnupfen viel weniger schlimm als damals in der stadt....
edit:
frau hummel erwähnte in ihrem komment noch etwas sehr wichtiges:
***Das Mähen mit der Sense hat auch den Vorteil, dass viele Klein- und Kleinstlebewesen durch sie verschont bleiben, welche sonst durch die Motorsense oder den Mähbalken ein elendes Ende nehmen.***
ausserdem empfahl sie "burditragen":
video
vorsicht - schwyzerdütsch!
😆
klamotten:
bluse&rock - von mir
espadrilles - 2. hand