Samstag, 20. Mai 2023

KLEIDERGESCHICHTE #minimalismusgequatsche






minialismus im kleiderschrank

hatten sich hummel und aurelia diesmal als thema gewünscht.......

ich habe ein klein bisschen die augen gerollt - predige ich doch seit 10 jahren (solange gibt es diesen blog schon) den minimalismus beim kleidungskonsum. gelebt habe ich den schon immer. sogar, als ich mein modelabel betrieben hab.
aber darüber habe ich ja auch schon x-mal geschrieben hier auf´m blog......
 was tut man nicht alles für freunde
😊




heute will ich mal einen kleinen exkurs in kleidergeschichte geben - und mit ein paar hartnäckigen missverständnissen diesbezüglich aufräumen.....




die geschichte der kleidung ist eine minimalistische und nachhaltige

die ersten fummel der menschen waren mit tiersehnen zusammengeheftete felle, die man den tieren, die man jagte, um sie zu essen, über die ohren zog. und die trug urmensch solange, bis sie ihm vom leib fielen - dann machte er sich neue. selbst nehme ich an, egal ob mann oder frau - arbeitsteilung war noch nicht erfunden und diese idee, dass frauen nähen und männer jagen ist eine idee des extrem patriacharlichen 19.jahrhunderts. reste der fellkleidung flogen in den bush, wo sie von mikroorganismen zu kompost verarbeitet wurden. kreislaufwirtschaft.




dann entdeckte mensch die faser. lange tierhaare, pflanzenfasern. am anfang gejagt und gesammelt, seit der neolithischen revolution angebaut und gezüchtet. das spinnen und weben wurde erfunden - technisch gabs noch keine grossen sprünge und die garne waren grob und die gewebten stoffstücke eher klein. auch die fasern von tier und pflanze gaben noch lange nicht soviel her wie später.... sprich: ein fertig gewebtes stückchen stoff brauchte eine endlose menge an zeit, muckis und gehirnschmalz - war also dementsprechend kostbar!

die kleidung wurde so genäht, dass es keinen verschnitt gab - und dann getragen bis es gar nichtmehr ging. ausserdem natürlich geschont! wenn vattern holz machte oder den acker pflügte, trug er nur lendenschurz - den kittel und die hosen hing er an einen baum, bis es wieder heimging. und muttern (ihr seht, jetzt gibt es arbeitsteilung) trug zur hausarbeit eine schürze überm kittel...... und natürlich hatte jeder nur die kleidung, die er trug. einen schrank - oder truhe - brauchte niemand.

mit dem neolithikum gab es auch die ersten "honoratioren" - anführer, höhergestellte, chefs. und auch die hatten keinen überquellenden kleiderschrank. im prinzip trugen sie das gleiche wie ihre untertanen - plus ein paar "standeszeichen" - besonderen schmuck, besondere waffen. in manchen gesellschaften gab es zeremonialmäntel und/oder kopfbedeckungen für besondere gelegenheiten.

da ja mensch findig ist, wurde die textiltechnologie mit der zeit immer ausgefeilter - genauso wie die gesellschaftlichen strukturen...... aber ein mehr an kleidung gab es deswegen noch lange nicht - nur die qualität der textilien wurde immer besser - bis hin zu raffiniert.


 

in den alten kulturen in mesopotamien und ägypten konnte man die baumwolle so fein spinnen und weben, dass hauchzarte schleierartige stoffe entstanden. wunderschöne, vielfarbige borten mit feinen blumenmustern habe ich im ägyptischen museum in berlin gesehen..... purpur aus schnecken und ägytisch-blau (aus einem nebenprodukt der kupferverhüttung - nicht aus lapislazuli, damit kann man nicht färben, zermahlen ergibt dieser stein nur ein weissliches pulver) brachten farbe auf die schneeweiss gebleichte baumwolle. könige, hofbeamte und ihre frauen schmückten sich damit wenn sie in der öffnetlichkeit auftraten - alltags tats ein einfacher lendenschurz/kittel. 
bauersleute und handwerker trugen die baumwolle sowieso in robusten qualitäten aus naheliegenden gründen - und wenn gefärbt, dann mit eher erdigen pflanzenfarben.

apropo weiss - dass die griechische antike eine reinweisse angelegenheit war, ist mittlerweile wissenschaftlich widerlegt! nicht nur tempel und marmorstatuen waren knallbunt angemalt - die kleidung der menschen war leuchtendbunt gefärbt - mit mehrfarbig gemusterten borten an den säumen. woher man das weis? na von den statuen - deren marmorne kleidung war natürlich so angemalt, wie die kleidermode der damaligen zeit eben aussah. nichts entsteht im luftleeren raum...... 
auch wenn die ollen griechen spektakuläre handelsbeziehungen in die ganze damals bekannte welt unterhielten und die textiltechnologie grosse fortschritte gemacht hatte - kleidung war immernoch handarbeit von der zucht und gewinnung der faser bis zum anähen der zierborten..... in den städten haben wohl nur die ganz reichen neue kleidung anschaffen können - und wenn die nichtmehr repräsentabel war, begann ein reges "hand me down" (english ist einfach manchmal treffender). entweder bekam das hauspersonal (sklaven) die sachen oder sie wurden trödlern mitgegeben, die sie für kleines geld an die weniger begüterten stadtbewohner verhökerten. die landbevölkerung lebte auch bei kleidung weiterhin im selbstversorgermodus - spinnen, weben, färben, nähen auf einfachem niveau passierten auf den höfen - mit regionalem material versteht sich. 




und so ging das im prinzip durch die ganze geschichte - über das römische reich, das mittelalter, renaissance, barock, rokkoko...... kleidung blieb aufwändig in der herstellung und entsprechend kostbar.
und je weiter die mode sich vom kittel entfernte, umso grösser wurde der aufwand. deshalb hatten selbst hochadel oder königs nur eine uns heute sehr beschränkt erscheinende auswahl im kleiderschrank - man kann es gut an den portraits sehen: auf verschiedenen bildern trägt die person dieselben kleider, manchmal etwas variiert in der dekoration - aufputz genannt. oder man sieht die selben spitzen auf verschiedenen kleidern..... diese im barock sehr beliebten spitzendekorationen waren nämlich nicht fest auf der kleidung montiert - sie waren bei entsprechender qualität unfassbar teuer und deswegen hatte man meist nur eine "gute" garnitur. ausserdem musste die spitze, weil aus leinen, vor jedem tragen neu gestärkt und gespannt werden....... dann wurde sie als allerletztes von der kammerzofe an die kleidung geheftet - an der fertig angekleideten person!

überhaupt war die kleidung vom mittelalter bis ins 19.jh. mehr zusammengeheftet als fertig genäht. ärmel wurden ans leibchen oder wams mit bändern "angenestelt" (mittelalter, renaissance), die roben und jäckchen wurden vorn nur mit stecknadeln am mieder befestigt (barock, rokkoko), röcke hatten ein zugband statt eines festen bundes, hosen und männerwesten eine schnürung hinten. das ganze hatte natürlich, bei aller prachtenfaltung, praktische gründe: keine ausgerissene schulternaht bei voller beweglichkeit, ärmel nutzen sich schneller ab und lassen sich so austauschen - und körper verändern sich ständig, vor allem durch schwangerschaften - "variable" passformen sorgten für das möglichst lange tragen der kostbaren textilien - in allen bevölkerungsschichten. 




natürlich hat niemand den ganzen aufwand 24/7 betrieben - weder königs noch adel, feister bürger oder klerus. es gab immer eine trennung zwischen den repräsentationsroben und der schlichten, robusten, praktischen alltagkleidung. 
und die weniger begüterten gingen auch nicht in lumpen, wie es gern in historienschinken und schlechten dokus gezeigt wird - jeder sah zu, dass er ordentlich und reinlich angezogen war...... die kleider sauber gewaschen und schäden so geflickt, dass es nicht auffiel. und keine arbeitende frau schleifte überlange röcke durch gassen oder über felder - die waren genau so kurz oder lang, dass es bequem beim gehen und arbeiten war und der saum nicht dauernd im schlamm hing.....
denn: die klamotten, egal ob hofkleid oder bergmannsuniform, mussten ewig halten - weil sie  verdammt teuer waren.
 
kleidung, die oft gewaschen werden musste wie leibwäsche, hemden, arbeitskleidung, jagdhosen, reisekleider für den sommer waren übrigens meistens weiss. genauer gesagt aus gebleichtem leinen. warum? ganz einfach: farbe war damals noch nicht sehr beständig in den stoff zu bekommen, lief beim waschen aus..... weisses leinen kann man auskochen, ordentlich schrubben und in der sonne bleichen für hygienisch saubere kleidung.
tat sich der barockmensch auch nicht 2x täglich duschen, so wechselte er doch mindestens täglich, zu besonderen gelegenheiten mehrmals am tag, das hemd - weshalb dieses kleidungsstück weder bei männern noch bei frauen mit spitzen verziert war: die feinen gespinste hätten die ständige kochwäsche und schrubberei kaum überlebt. (spitzen - siehe oben.)




auftritt industrielle revolution!

dampfmaschine, spinnmaschinen, mechanische webstühle mit lochkarten für muster, mechanische strickmaschinen für strümpfe, riesige fabriken mit tausenden billiger arbeiter, die ersten nähmaschinen, schnelle transportwege mit der eisenbahn und dem dampfschiff, die ersten synthetischen farben und textildruckmaschinen legten ein irrwitziges tempo vor. 

plötzlich wurde kleidung billig! 
neue kleidung wohlgemerkt, nicht die getragenen klamotten von adel und reichen bürgern, die man beim trödler kaufte so man nicht auf´m land wohnte und sich die trachten selbst herstellte........ 

und sehr schnell sahen die kapitalisten, dass es sich mehr lohnte, stoffe und kleidung in "mässiger" qualität, aber grossen stückzahlen herzustellen...... und das schon in der mitte des 19.jh.!

seitdem dreht sich das rad immer schneller, 1. und vor allem 2. weltkrieg konnten da nur kurz abbremsen..... und heute, wo stoffe quasi im spritzgussverfahren aus erdöl hergestellt werden und völlig entrechtete menschen in der 3. welt sie für einen hungerlohn vernähen - heute ist kleidung nurnoch ein wegwerfprodukt - zumindest für die allermeisten menschen in den industrieländern.......

*******

noch jemand da? 
oder seid ihr vor lauter langeweile ob des vielen textes klamotten-shoppen gegangen?




34 Kommentare:

  1. Still here! Thanks for the fascinating insight. We've all been lured in an addiction to clothing. Even our parents' generation - though they had been sold the capitalist ideal - had relatively small wardrobes. Now people have wall to wall fitted wardrobes occupying more than one room. I really don't see an end to it I'm afraid, given that it takes war to slow the machine down.
    I confess I love clothes and the creativity of putting together different outfits, but for most of my adult life, I have been a conscious buyer and predominantly second hand. That said, I know there's no such thing as zero impact clothing and every time I make a purchase, I'm adding to the problem.
    I've also noticed in recent years that charity shop prices are increasing - sometimes almost to general clothing store sale prices, so which are most people going to opt for? xxx

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    1. brave girl - reading the whole post!
      yes - the "things" have gone totally mad....... i wonder when the bubble will burst.
      you know - clothes are my life! i love textiles!
      but love is NOT buying end culling in an endless and always faster cycle...... love is wise choosing and treasuring and care...... like you do.
      i never was into 2.hand-shopping for the cheaper prices - it was always because of the better design and quality of vintage clothes!
      xxxxx

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  2. Beate, du sprichst mir aus der Seele. Dieser ganze Überfluss überfordert und macht nicht glücklich. Ein paar wirkliche Lieblingsstücke, in denen man(n)(frau)sich sehr wohl fühlt, ein paar Sachen für den Alltag....und ansonsten den Focus auf das gelenkt, was wirklich wichtig ist.
    Lieben Gruß! Beate

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  3. Hallo??? Natürlich bin ich noch da! Und nein, ich war nicht shoppen. Zumindest keine Klamotten. Nur den Wochenbedarf an Lebensmitteln. Obwohl ich gestehen muss, dass ich mir gestern einen Gürtel gekauft habe. In Ermangelung eines second hand-Ladens im Kleidergeschäft (ohsorry- im Fäschenstor!) im Ort. Echtes Leder. Robust, langlebig und teuer. Wird jetzt wohl wieder Ewigkeiten meine Kleidchen zusammenhalten.....
    Aber ich schweife ab. Dein Post: sehr interessant- merci dafür! Da drückt doch unüberlesbar die Fachfrau in dir durch. Und wir sollten uns mal einen dicken Riemen abschneiden. Die Menschen früher, die wussten oft einfach ganz genau, was sie taten. Kann man von den heutigen Zeitgenossen in vielen Fällen nicht mehr behaupten! Aber wir werden- ich weiss, ich wiederhole mich!- dereinst mit Sicherheit in die Situation kommen die uns lehrt, dass die Ressourcen jetzt einfach nicht mehr vorhanden sind und wir gut daran tun das, was wir haben, pfleglich zu behandeln, zu flicken und zu tragen, bis es nicht mehr taugt. Oder nur noch als Putzlappen. Die Frage ist einfach, wie lange es noch dauert bis dahin...
    Ich kann mich übrigens noch an Zeiten erinnern, da gabs sogar bei Hasi&Mausi recht gute Qualität (wenn man bedenkt, in welchen Mengen die Sachen schon damals hergestellt wurden!). Wo sich das inzwischen hinentwickelt hat wissen wir ja, und wenn man sich klar wird darüber, wie der Mensch von der Industrie und ein paar wenigen Nasen auf diesem Planeten manipuliert wird, sehe ich da in nächster Zukunft keine positive Veränderung. Deshalb war es mir auch ein Anliegen, darüber zu schreiben, um einfach mal wieder auf die Missstände hinzuweisen. Vielleicht liest ja der eine oder die andere mit, der/die angesichts der Fakten in meinem Post doch ein wenig an Denken kommt..... Aber ich gestehe dir zu, ein wenig mit den Augen zu rollen, *ggg*!
    Ein schönes WE euch, dicksten Hummelzdrücker! (zur Info, da ich mich mal wieder nicht anmelden kann, grmpf).
    PS: ich muss ja auch immer grinsen wenn in Historienfilmen die Hebamme auf der Flucht vor den Schergen des Statthalters ist, in weissem Miederblüschen (zumindest geschnürt!) und einem Rock, der bei der Gelegenheit hinter ihr her im Schlamm schleift und später bewegungshinderlich an den Beinen klebt....🙄😂

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    1. hummel undercover :-D
      einen guten ledergürtel kann man noch vererben! zeig mal bilder - vorzugsweise an dir überm kleidchen!
      war mir echt ein anliegen, die ganze klamottensache mal richtigzustellen - denn was die leute wissen, sind hauptsächlich die ammenmärchen aus dem späten 19.jh. - und da gab es ja schon, wie wir grad gelernt haben, kapitalistische interessen...... geschichtsschreibung als marketing.
      das augenrollen war ja nicht wegen dem thema ansich - nur hatte ich eben keine lust, zum x-ten mal meine modephilosophie zu erläutern.... und zählen tu ich mir bei meinem fundus nicht an - da sitz ich ja bis zur wintersonnenwende ;-DDDD
      ich kann mir ehrlichgesagt gar keine historienfilme oder dokus angucken wegen diesem ganzen "kostüm-mist" - jede waffe, jede rüstung ist so originalgetreu wie nur geht - aber bei klamotten is ja egal...... grmpf.
      <3 <3 <3 xxxxxxx

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  4. Super spannend!
    Was ich noch nicht wußte, dass die Kleidung teils nur geheftet oder gesteckt wurde, faszinierend und wie praktisch gedacht mit den Schnürungen oder Bändern um wechselnde Größen auszugleichen.
    Da könnt so mancher mal etwas zurück schauen und sich ne Scheibe abschneiden. Sorgsam mit umgehen mit den Stücken die ich habe und nicht alles wegschmeißen nur weil es ja billig war und man schnell neu kaufen kann.
    Danke für diesen spannenden Beitrag und ein schönes Wochenende, liebe Grüße!

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    1. im historienfilm ist ja immer alles mit der nähmaschine zusammengenäht..... und damit man die robe dann an&ausziehen kann hat sie im rücken einen reissverschluss :-DDD
      oder eine "turnschuhschnürung" - auch falsch.
      ich "hüte" und trage seit 6 jahren eine kunstlederleggings aus´m supermarkt......
      xxxx

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  5. ein ganz toller Beitrag liebe Beate, so viel Rückblick und genaue Recherche hatte ich allerdings nach dem Lesen von Hummelchens Post zuerst nicht erwartet, fand aber es wurde bei dir - mit jedem Satz spannender und aufregender.
    von wegen Langeweile... fast ein Krimi..dafür kann er gerne die Historienfilme auslassen."...hier wird dick aus der Schule des Wissens geplaudert.
    ich bin mir sicher - wer sich das durchliest wird staunen WAS du da alles zusammengetragen hast und ja - wer genau hinguckt , sich für das Thema interessiert, wird sehen: " wie die Kleidungsstücke damals an die Körper montiert wurden um sie dann wieder erneut an andere auszutauschen.
    - superspannende Betrachtungen an das früher und heute...
    sollte mit zum Schulalltag gehören auch darüber endlich richtig aufzuklären ehe die nächste Generation nichts mehr zum wechseln vorfindet weils die Menschen nicht mehr gibt die sie fertigen sondern nur noch Maschinen.
    dein Wissen kommt hier wunderbar zum Tragen...
    da weiß eine wovon eine spricht, aber hören das auch jene die es nicht wissen...?
    ganz liebe Grüße angel

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    1. in der schule lernt man doch auch nurnoch wie man möglichst viel konsumiert......
      und die nicht wissen wollen, die erreicht man sowieso nicht - aber wenn nur ein einziger zufälliger leser sein verhalten ändert, ist schon viel gewonnen!
      xxx

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  6. Danke für diese spannende Reise durch die Kleidergeschichte (ich wünschte, mein früherer Geschichtslehrer hätte so unterhaltsam unterrichtet)!
    Mehrmals auf verschiedenen Bildern dieselben Kleider - was für eine Unerhörtheit. Ich muss immer lachen, wenn irgendeine Zeitung berichtet, das Promi YX es tatsächlich wagt, ein Kleid nochmal zu tragen. Schade um all die schönen Dinge, die nach einmaligem Tragen ihr trauriges Dasein in der dunkelsten Ecke des Kleiderschrankes fristen.

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    1. bitte gern!
      der neueste *trend*: es wird "lobend" erwähnt, wenn prinzessin soundso ein kleid ein 2.mal(!) trägt.... himmel!
      ich trage die meisten meiner klamotten seit 10-20 jahren - regelmässig!
      und noch NIE hat irgendwer was gemerkt ;-P
      xxx

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  7. Yes, I'm still here Beate! Such an interesting read. I do admit I'll never be a wardrobe minimalist, although I do feel suitably chastened after reading your post ... It's a bit of an addiction I'm sure. I think "our current" obsession with buying more and more stuff is unhealthy in every possible way but I can't see it changing any time soon. I hope I'm doing my bit by buying almost exclusively second hand, but I know I'm still buying way too much! xxx

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    1. yes - shopping is an addiction - one that is socially accepted - and massively promoted by the industry of cause........ the roots of the behavior may be very different for every individual as its with every kind of addiction....
      xxxx

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  8. Liebe Beate,
    obschon mir die meisten Fakten bekannt waren.Hat es unglaubliche Freude gemacht deinen Beitrag zu lesen.Wahnsinn,oder ?Diese Entwicklung,das können nur Menschen …/ im negativen Sinne gemeint /
    Ich trage z.T. noch Sachen aus meiner Jugendzeit,weil 1. Qualität und 2. ich sie immer noch sehr gern mag,zeitlos eben.Habe auch noch Teile von meinen Eltern 50er Jahre,z.T. von Mama selber genäht.Sie hat Schneiderin gelernt.
    Desweiteren kaufe ich Kleidung nur neu,wenn sie mir schon fast vom Leib fällt.Werde versuchen auch bei den zwei anderen Damen zu lesen heute.
    LG Bauke

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    1. sonne an erde: wie gehts dir? erde: mies. ich hab mensch....
      leider sind alle sehr schönen (damals schon vintage) sachen aus meiner frühen jugend meiner flucht und dem wegwerfwahn meiner mutter zum opfer gefallen..... wenigstens die röcke könnte ich heute tatsächlich noch tragen - nach einer ziemlichen erweiterun der bünde ;-DDD
      danke dir!
      xxxx

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  9. Liebe Beate,
    sehr interessant und ich hätte auch noch mehr gelesen, obwohl mich Mode nicht interessiert und mein Kleiderschrank deswegen auch noch reichlich Platz für die Kleidung der Kinder oder Lorettas Platz bietet.
    Die Geschichte finde ich so interessant, dass ich sogar an ein Buch denke. Hast Du da einen Tipp für mich?
    Ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche und viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    1. freut mich!
      mode ist ja immer ein spiegel der gesellschaft - ein buch, dass mir den einstieg eröffnet hat: geschichte des kostüms, erika thiel, henschelverlag.... die ausgabe von 1973 (DDR) beschreibt noch mehr die gesellschaftlichen zusammenhänge als die neuauflage von 2000....
      xxx

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    2. Liebe Beate,
      danke. Dann schaue ich mal nach der DDR Ausgabe, gibt es ja vielleicht noch im Antiquariat.

      Viele liebe Grüße
      Wolfgang

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  10. Natürlich noch da! Mich holst Du ja mit solchen historischen Rückblenden total ab, vor allem wenn sie so amüsant geschrieben sind. Auch wenn der Anlass eher traurig ist. Schon krass, welche Entwertung von Textilien da stattgefunden hat. Und schon interessant, wie jede Zeit ihre eigene Vergangenheit zu erfinden scheint. Danke fürs Mitnehmen in die Geschichte der Bekleidung.
    Herzliche Grüße Manuela

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    1. merci!
      ich finde es extrem interessant, wie sehr kleidung die jeweilige gesellschaft spiegelt - und wie geschichte zurechtgebogen wurde/wird für aktuelle interessen........

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  11. So interesting! I remember, as a child, new clothes were a rare occurrence in our house. Bought only for special occasions such as a holiday or a family wedding; they were worn until they no longer fitted and then passed on to someone else's children. We also had 'hand me downs' from friends of my mum so the children's clothing did a circular loop around family, friends and neighbours!
    xxx

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    1. ditto in my childhood! new bought clothing only for special occasions - for the daily needs the hand-me-downs from family and friends....
      xxxx

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  12. Auch die einen großen Dank für die ausführliche Recherche.
    Es gibt immer viel, was ich hier dazu lerne.
    Leider kann man so Vieles, vielen Menschen nicht begreiflich machen.
    Wenn sie nur einmal einen Saum gekürzt oder einen Reißverschluss eingenäht hätten oder mutig ein Stück Stoff zugeschnitten und einen Rock daraus genäht hätten, würde sich die Sichtweise verändern ( vielleicht ).
    Nicht verzweifeln, ich denke es werden künftig mehr Leute den Wert aller Dinge schätzen lernen und neu bewerten ( hoffentlich ).
    Herzliche Grüße !

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    1. direkt recherchiert habe ich gar nicht - die ganzen fakten habe ich in den letzten 20 jahren so nebenbei eingesammelt - und einfach nur aus dem oberstübchen gekramt und zusammengeschrieben :-D
      ja genau - schrieb es irgendwo: einfach mal ´n praktikum bei mir machen - danach weiss man klamotten ganz anders zu schätzen......
      verzweifeln werde ich deswegen sicher nicht!
      <3 xxxx

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  13. Ich hatte Textilgeschichte in der Ausbildung. Ich machte meine Büroausbildung in einem herstellenden Betrieb inklusive Rohstoffbeschaffun wie Wolle, Kaschmir etc.War eine interessante Ausbildung. Da begann aber auch schon der Billigkram und die Auslagerung ins billige Ausland. Die eigene Weberei wurde kurz nach der Beendigung meiner Ausbildung ausgelagert. Da kostete eine Wolldecke schon mal locker 800 Euro und wurde wirklich in D produziert von der Rohwolle bis zur fertigen Decke. aber das ist schon lange Geschichte.
    Wenn ich in München die Auslagen anschaue und eine Shirt dann 390 Euro kostet hat ja nicht die Näherin oder der Produzent des Materials 200 Euro verdient.
    Früher musste man für einen Mantel schon eine Weile sparen und konnte nicht alles Saison einen neuen kaufen. Den hatte man schon mal 10 Jahre oder länger. Man hat die Kleidungsstücke gepflegt, auslüften lassen, abgebürstet, aufgepasst, wenn etwas kaputt ging zum Schneider gebracht oder selber repariert.
    Und man gab die Stücke in die Reinigung und bekam diese dann in Papier eingepackt wieder sauber zurück.
    Herzliche Grüße
    Ursula

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    1. is kaschmir nicht auch wolle??? ;-D
      in den 80ern war ja die DDR das billiglohnland für C&A, karstadt und die ganzen katalog-versender..... wenn oma mal einen geschuggelt hatte, erkannte ich da die lederklamotten wieder, die ich ein jahr vorher zugeschnitten hatte!
      genau - teuer ist nicht gleich fair. oder besser.... gerade diese pseudo-marken verkaufen nur heisse luft für viel geld. ein chanelkostüm wird immernoch mit der hand in paris genäht. oder eine dior-robe.
      xxx

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  14. Excellent post.
    It has been a very long time since I've thought about it, but there's a reference in Herodotus where he mentions, "Men in leather trousers" which I always read as tradespeople like blacksmiths wearing protective clothing. It must have seemed interesting enough to note it, but it hardly seems like they wouldn't have done the same in Greece.
    -Goody

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    1. merci goody!
      it would be hard to do physical labor in a leisurely draped toga ;-D
      <3 xxxxx

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  15. ...Sorry, dass ich erst jetzt schreibe, bin grad erst wieder vom Shoppen zurück. Hahahaha. Je mehr man über Greenwashing und dem so genannten "Spenden" der abgetragenen Kleidung weiß (nicht nur, wo diese meist landen, sondern auch, was das "Hand me down" im großen Stil dann mit der dortigen Wirtschaft/Schneidereien "macht"), desto weniger macht es natürlich Lust auf Shopping. Ist doch klar.
    Ich bilde mir aber nach wie vor nicht ein, besonders "nachhaltig" zu sein (DAS ist für mich das wahre "n"-Wort! ;-D) ich weiß auch nicht, ab wann man das wirklich ist/sein kann), und ehrlich gesagt ärgert es mich immer noch, wenn manche fröhlich dem Konsum frönen, aber z.B. über "Nachhaltigkeit" reden und schreiben, nur weil sie mal ein Teil aus dem 2.Hand-Shop geshoppt haben, als wär's etwas ganz neues, worauf man "stolz" sein kann
    Wir Klamotten-Kolonialisten sind wahrlich kein gutes Beispiel für den Rest der Welt. Ich meine damit Europa. Generell.
    Deine launig geschriebene Zusammenfassung der Kleidungs-Historie ist super zu lesen und äußerst interessant. Das mit den "bunten" Griechen z.B. wusste ich überhaupt nicht. Werd mir Mühe geben, mir ab sofort Sokrates im bunten Boho-Look vorzustellen... :-))))
    Herzliche Grüße!

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    1. na da wirste ja auch auf den näxten post spät antworten.... weil du schwer damit beschäftigt bist, den schrank wieder "auszumisten"*** ;-DDDD
      (***schreckliches wort in dem zusammenhang - aber sagt alles)
      hummels zahlen sind tatsächlich erschreckend - nicht nur die miese produktion, sondern auch grad die "entsorgung" (purer euphemismus dieses wort).
      DAS regt mich auch auf: 1x 2.hand gekauft oder ein pseudo-öko-siegel am FFF - und schon tut man so als wäre man ein vorreiter in nachhaltigkeit.... pffft.
      selbstkritisch seine gewohnheiten zu betrachten finde ich dagegen richtig gut - das handeln entsprechend zu verbessern noch viel mehr. allerdings müsste man sich wohl rückstandslos pulverisieren, um jedweden ökologischen fussabdruck zu vermeiden. aber diesen bewusst und signifikant verkleinern ist gar nicht so schwer!
      S. war ja auch ein bohemian 1.güte - wenn man ihn mal vom staub des bildungsbürgertums alá 19.jh. befreit :-D
      xxxxx

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    2. .....wobei das Wort "bewusst" in diesem Zusammenhang unglaublich wichtig ist! Denn man muss sich ja erst mal seiner "Verfehlungen" bewusst werden und sie sich eingestehen, damit man was an seinem Verhalten verändern und vor allem verbessern kann. Daran fehlts im Grossen und Ganzen aber leider bei vielen.....
      WENN man das aber mal angeht, dann merkt man sehr schnell: man kann so viel tun- und es schränkt einem in keiner Weise ein!
      ♥️🐝

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  16. Ja, ich bin noch da.
    Und ich widerspreche Dir auch nicht. Viele Jahre wurden Kleider auch nicht gekauft, weil man sie "brauchte", sondern weil man es "konnte".
    Ich weiß von meiner Mutter, dass sie sich kaum etwas kaufte, das meiste selber nähte. Und zwar mit so viel Nahtzugaben und raffinierten Schnitten, dass man da wahrscheinlich 30 kg "Spiel" im Gewicht haben konnte.
    Meine "Oberbekleidung" nur sehr selten zu Waschen, habe ich von ihr übernommen. Deshalb habe ich einiges auch schon 30 Jahre lang im Schrank.
    Letztlich ist es "Wurst" um welches Konsumgut es geht. So billig wie es verkauft wird, kann es nicht produziert worden sein.
    Ein Schwein braucht 6 Monate um das Schlachtgewicht von 120 kg zu erreichen. Was muss man essen, um im Monat 20 kg zuzunehmen. Eine ganze Menge. Schwein aus dem Supermarkt kostet vielleicht 10 Euro pro Kilo (wir rechnen die Knochen mit). Mit dem Schwein setzt der Supermarkt also 1200 Euro um. Das sind pro Monat 200 Euro Umsatz.
    Wie soll das gehen? Mit was werden die gefüttert? Luft und Liebe? Was verdient der "Bauer", was der "Metzger", was der "Spediteur" und was der "Supermarkt"?
    BG Sunny

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