Samstag, 15. August 2020

essen - selbstgemacht



 ich weis gern, was ich esse  

die zutaten wähle ich mit bedacht, prüfe die ware, lese die zettel. kaufe gern bio, lokal, fair. und möglichst nicht vor-verarbeitet. gemüse und kräuter aus dem eigenen garten sind natürlich das allerbeste!

ich mag auch keine "abkürzungen" beim kochen. alles *instant* und *fix* ist, ist mir suspekt - tiefkühlware kommt mir nicht ins haus. und so mancher fleischer hat kein geschäft mit mir gemacht, weil er das grillfleisch unbedingt schon einlegen musste.
auch das "reine" dinkelbrot vom bäcker ist verdächtig dunkel - jede menge malz dran - der blanke zucker. vielen dank auch.

koche und backe ich selbst - auch wenn die zeit oft knapp ist - dann kann ich sicher sein, keine extraportion zucker, keine geschmacksverstärker und auch keine künstlichen aromen dabei zu haben.
von "mono- und diglyzeriden von speisefettsäuren" mal ganz abgesehen - das hört sich schon eklig an.
nehme ich doch mal, was selten vorkommt, etwas aus der dose/dem glas oder eine gewürzpaste/mischung, dann gucke ich mir die inhaltsstoffe sehr genau an - in der hoffnung, dass sich der hersteller ans gesetz hält.
da mein körper ziemlich schnell reagiert, wenn komische sachen irgendwo drin sind, zeigt mir dann schon die erfahrung, was zu meiden wäre in zukunft......

die gute nachricht: es gibt tatsächlich noch lebensmittel, die man mit freuden verzehren kann!

und der rest ist handarbeit!




aus dem garten - zucchinikuchen

mürbeteig, eine zucchini frisch aus dem garten, halbe dose pizzatomaten, becher schmand/saure sahne, kräuter und gewürze, mozzarella.




die bohnenernte ist im vollen gange......




.....3 tage später:






scharfes ist gut bei heissem wetter

diverse gemüse (was grad da ist) in etwas kokosöl mit grüner thai-curry-paste anbraten - ein wok ist hilfreich. mit cremiger kokosmilch auffüllen und fertiggaren. 
reisnudeln dazu und mit scharfen kapuzinerkresse-blättern garnieren.








sommerbrot

aus dinkelmehl. 1kg mehl mit 2 päckchen trockenhefe (ruf bio), einer prise salz und gewürzen - hier: rosmarin, ganzer koriander und kreuzkümmel - vermischen. 
100ml naturjogurt + 500ml warmes wasser mischen und unter rühren dazugiessen....... kräftig und ausgiebig kneten. MIT DEN HÄNDEN!
an einem warmen platz gehen lassen - ca. 1h. kleine brote formen.
ca. 45 min backen bei ca. 180°C.



Dienstag, 11. August 2020

gärtern für umweltbewusste - aber arme - ästheten





der gärten gibt es viele

schotter + mageres immergrün oder raspelkurzer rasen mit kirschlorbeer drumrum ist schonmal KEIN garten. auch das von mutter natur geliehene land einfach verwildern lassen hat nichts mit garten zu tun - ist aber immerhin ökologisch kein schlechter weg - sofern man nicht auch eingeschleppte invasive pflanzen mit-verwildern lässt.
die allermeisten betrachten wohl immernoch gärtnern als wöchentliche autofahrt zum gartencenter, um immer neue, unter fragwürdigen bedingungen aufgezogene und meist nektarlose und sterile blumen zu kaufen und diese dann an jedem freien fleck einzupflanzen. kann man auch gleich kunstrasen verlegen.

dann gibts noch die "ertragsgärtner" - unkrautfolien, kunstdünger, herbi- und pestizide und leerpumpen jedweden wasserreservoirs - damit gemüse, obst und blumen prächtig gedeihen - wärend im und um den garten alles natürliche und wilde leben eingeht.


der wichtigste muskel sitzt zwischen den ohren

auch beim gärtnern. und den kann kein noch so mächtig motorisiertes und raffiniertes gartengerät ersetzen.
ich hatte am anfang des gartens viel zeit. alles geld floss erstmal ins haus - aber wenn ich pause machte vom renovieren, dann sass ich allein im garten und guckte. sinnierte. beobachtete. 
DACHTE NACH!
denn obwohl ich ein absoluter neuling in sachen garten war, gärtnern nie gelernt hatte, ermöglichte es mir mein hirn und meine phantasie, mir vorzustellen, wie es sein sollte - was werden könnte, was funktioniert. ich musste nicht 20 jahre als gärtner verbringen - ich musste nur denken. 
denken kann ich gut.

das ergebnis seht ihr auf den bildern - nur 8 jahre und und sehr wenige euro (höchstens zweistellig!) später. 


der trick? 

es sind viele. den ersten hab ich schon verraten - siehe oben. will man neue pflanzen, gibt es sinnvollere möglichkeiten als das gartencenter. viele ausdauernde stauden und gehölze neigen zum wuchern, leute die schon länger einen garten haben haben dadurch oft "zuviel" - ansprechen und bitten, bei teilungen und auslichten absenker zu bekommen. 
alte, hochwertige zwiebel/knollenpflanzen haben noch kein selbstzerstörungsgen eingebaut - da wird es jedes jahr mehr. meine unmengen an schmetterlingsgladiolen gehen auf 5! knollen zurück!
samen sammeln. auf brachen und an bahndämmen im spätsommer die samen von hübschen und nützlichen wildblumen einsammeln - natürlich schon vorher, wärend der blüte, ausspähen!
aber auch viele "zucht-stauden" der alten generation machen fruchtbare samen - befreundete gärtner einfach mal drum bitten.
überhaupt - gucken, was in der "nachbarschaft" so quasi von alleine wächst und gedeiht - das kommt meist auch im eigenen garten prima.
und haben sich die pflänzchen eingelebt und sehen hübsch aus - wachsen lassen. aussamen lassen. meinetwegen auch wuchern. jeder von einer schönen und gesunden pflanze überwucherte fleck spart mehrere neupflanzungen. 
ausserdem sieht es besser aus, wenn man von wenigen pflanzenarten viel hat statt 1000 einzelstücke, die kein bild ergeben.


darf ich exoten haben?

sicher! aber eben nicht nur. das "grundgerüst" des BWH-gartens besteht aus einheimischen wildpflanzen, viele waren schon da als wir einzogen. einige habe ich um-, andere angesiedelt. viele tauchten wieder auf, als ich das rasenmähen im vorgarten aufgab.
und wie ihr auf den fotos seht, geben die wilden wiesen, einheimischen stauden und hecken einen hervorragenden hintergrund für die exotischen kaplilien, gladiolen, clematis, malven, hortensien ab. die tropische seerose macht sich sogar nützlich - auf ihren schwimmblättern können insekten und kleine vögel landen und sich am wasser laben - und die dicken amseln baden vom rand des bassins aus ihr federkleid.......
auch die alten grossen thujen werden wohl stehenbleiben - als kinderstube und winterschutz für vögel und insekten.


wie gesagt. hingucken. verstehen. was nachlesen. denken.
dann kann sich auch ein mensch vorstellen, wie ein garten fühlt.
😜


ps: prima tips zum gärtnern haben wolfgang und loretta auf ihrem blog GARTENWONNE - auch gerade weil es bei ihnen extrem an regen mangelt die letzten jahre....

























Donnerstag, 6. August 2020

dinner date




11. hochzeitstag

wer hier schon länger liest weis - wir machen an diesem tag immer was besonderes - zu zweit.


diesmal haben wir einen tisch reserviert im 
schon die anfahrt über schmalste, steilste und gewundenste strässchen durch wälder und felder ist ein erlebnis - inklusive herrlicher ausblicke auf die berge.

baulich ein klassischer dorfgasthof, hat die wirtin das haus aus dem für dorfgasthöfe typischen dornröschenschlaf geweckt - und zwar ganz "simpel" mit HERVORRAGENDER KÜCHE!

hochwertige regionale und saisonale lebensmittel werden zu köstlichstem essen bereitet - genau auf den punkt, mit perfekten und doch überraschenden aromen - ganz ohne chichi oder pseudo-rustikalität.

wir hatten perlhuhnbrust auf heidelbeersosse, mit spinatgnocchi und gemüsevariatonen....
das huhn war unglaublich zart und saftig mit knuspriger haut, die gnocchi leicht und deutlich handgemacht und von den 5 verschiedenen gemüsen war wirklich jedes ganz individuell zubereitet aus frischem saisongemüse. 
(ihr wisst, dass ich mich mit gutem essen auskenne!)
der BW hatte vorher noch eine edelfischsuppe - ich durfte kosten - die beste fischsuppe, die ich je probierte!

zum nachtisch früchtesorbet mit eingelegten pfirsichen - die absolute perfektion!

dabei sassen wir schön für uns auf einer lauschigen, schattigen terrasse mit blick ins grüne. es war ruhig, die hauskatze kam mal vorbei, grillengezirp im wilden, bunten blumenbeet und vogelgezwitscher in den bäumen......

ich war zwar am ende gut satt - aber es war alles so lecker, dass ich am liebsten nochmal von vorn angefangen hätte!!
ausserdem sehr freundlicher service und eine wunderbare weinkarte - wenn es nicht so ein extrem heisser tag gewesen wäre, hätte ich dieser sicher viel mehr zugesprochen als nur einem schoppen meissner weissem - der mich zusammen mit dem aperitiv aus sekt und hausgemachtem fliedersirup fast umgehauen hätte....(ich werd alt - mäh).

und nein - ich werde nicht bezahlt für dieses überschwengliche lob! wir haben auch unsere restaurantrechnung selbst beglichen. 
aber ich möchte unbedingt für dieses lokal werben - schimpfe ich doch sonst über die gastronomische tiefkühl/microwellen-ödnis im elbsandstein.
dieser gasthof ist eine unbedingte empfehlung!

ps: ich hatte *hochzeitstag* in die tischbestellung geschrieben - und so standen die bunten extra-blümchen auf unserem tisch! danke an die wirtin für diese aufmerksamkeit!














wearing

der bahnwärter trägt die hose von seinem hochzeitsanzug von vor 11 jahren, ein echtes hawaiihemd (2.hand) und indischen sandalen. die mütze ist ein DIY von mir.

mein kleid im *patio dress style* hatte ich schon letztes jahr genäht, aber irgendwie vergessen anzuziehen..... der stoff - schweres halbleinen mit stickerei - lag auch schon mind. ein jahrzehnt herum, die borte ist vintage - von einem deckchen abgetrennt. 
eigentlich ist das kleid rock und bluse - das erwies sich an dem heissesten tag dieses sommers als sehr praktisch, ich lies die bluse lose überm rock hängen für mehr luftigkeit....
die halskette hatte ich mir für meine hochzeit damals selbst gebaut aus ägyptischen schutzperlen und einem indischen türkis-anhänger.

die riesige weisse hortensie haben wir 
im landschloss zuschendorf gekauft. aber da passte sie noch in einen blumentopf.....









Sonntag, 2. August 2020

mein leben als furchtlose gärtnerin






auf der suche nach dem geschmack der kindheit

das cover und die illustrationen lassen einen glauben, es wäre das X´te romantisch-verspielte gartenbuch für die bildungsbürgerliche gärtnerin.....

WEIT gefehlt!
die autorin christine zeile macht ein riesen fass auf - mit akribisch recherchierten daten zum thema artensterben - für flora und fauna. sie schreibt über das verschwinden alter kultursorten bei obst & gemüse, das überhandnehmen von schädlingen weil die fressfeinde ausgerottet wurden und das heisser & trockener werdende klima.
und sie macht auch die schuldigen dingfest: die moderne agrarindustrie - und natürlich wir alle, die wir erdbeeren & tomaten im winter, blumenkohl im spätherbst und nurnoch süsse, hübsche äpfel und ebenmässige möhren wollen. 
und unsere einfahrten & wege mit unkrautvertilger und die terrasse mit chemiebomben "ordentlich" machen. von geschotterten vorgärten und kirschlorbeerumkränztem 3mm-rasen hinterm haus nicht zu reden.........

dabei switcht sie hin und her zwischen ihren eigenen - ziemlich schlechten - erfahrungen als obst&gemüsegärtnerin auf ihrem grundstück in frankreich, erinnerungen an den garten ihrer grosseltern und den weltweiten statistiken. 


eigentlich....

....brauche ich dieses buch meinen stammleser/innen gar nicht ans herz legen - die wissen das alles im prinzip schon. lesen sollten es vor allem die, die immer noch die werbeversprechen von onkel hipp, tante valensina und deren ganzer buckliger lebensmittelindustrie-verwandschaft glauben!

*

ps: das buch hat mir eine freundin geliehen - weder der verlag noch die autorin wissen, dass ich es hier anpreise.