Mittwoch, 18. Oktober 2017

herbst.laub.picknick.





die bäume waren noch ziemlich grün anfang oktober......
aber da man ja nicht ahnen konnte, dass es in des monatsmitte nochmal sommerlich werden würde, nutzten wir das voraussichtlich letzte warme wetter dieses jahres und luden ein paar freunde ein.

dass dann nur 2 kamen war einer theaterpremiere und der ersten erkältungswelle geschuldet....

aber es war trotzdem gemütlich - und lustig. die beiden herren teilen unsere vorliebe für schwarzen humor - hihi.
jeder brachte ein paar leckereien mit - und der wein floss in strömen. am hellerlichten nachmittag. ts!
vorbeikommende wanderer guckten verdutzt, schüttelten die köpfe oder liessen sich auf einen schwatz ein - je nach temperament. 
eine woche später wurde die - künstliche, übrigens - ruine komplett abgesperrt - baufällig. 
auch wir hofften inständig, dass keines der herumkletternden kinder, samt ein paar alten steinen, abstürzen würde. so ein rettungseinsatz hätte unser picknick doch empfindlich gestört.

und während wald und herren eher gedecktes bevorzugten griff ich ordentlich in die farb- und musterkiste - viel vintage und eine selbstgemachte handtasche. 
möbel, tischtuch, servietten, geschirr & besteck - auch vintage.










































Samstag, 14. Oktober 2017

späte schmetterlinge.....

...an bergaster




sind "wir" das - die frauen U/Ü50 - späte schmetterlinge?
waren wir denn bis, sagen wir mal, 40 nur raupen? und zerfallen wir mit 60 zu unscheinbarem staub? 
aber wir sind ja keine insekten sondern menschen - und somit ganz verschieden und im gegensatz zu insekten können wir ein gutteil selbst bestimmen wie unser leben aussieht - wenn wir denn wollen.
aber wir können uns natürlich auch einfach in eine marketing-zielgruppe einreihen........

wie gesagt - wir sind keine insekten.


die bergaster kam als einzelne pflanze in meinen garten - vor 3 jahren habe ich sie ein paar meter weiter am bahndamm gefunden. mittlerweile konnte ich sie durch teilung über den ganzen garten verbreiten, am vorgartenzaun ist es schon fast eine asternhecke!

die schmetterlinge freuts - sie nutzten die letzten sonnentage zum necktarschlürfen....


















ebenfalls "taschenvermehrung", ebenfalls vom bahndamm: dreimasterblume. kommt mir grad recht - wenn es mal bisschen abtrocknet wird die rabatte erweitert.

ausserdem:
gewandert im pittoresken amselgrund!



foto - willy



bin grad äusserst beschäftigt, weis nicht ob ich´s schaffe regelmässig zu posten bzw. blogs zu lesen........
ihr werd´s ja merken 😊


Dienstag, 10. Oktober 2017

museum im residenzschloss dresden #3


des königs gartengerät und das

einhornhorn 






das wunder im alltäglichen


das sammeln von besonders kunstvoll gestalteten werkzeugen und alltagsdingen war kein selbstzweck - man war überzeugt dass, wenn man nur die welt "im kleinen" ordnete, man lernte wie sie im grossen funktionierte - um sie dann ebenfalls "in ordnung" zu bringen......
eine idee, über die nachzudenken lohnt.

und weil wir grad dabei sind, denken wir auch gleich noch nach über all die liebe und hingabe, die in diesen 300 jahre alten geräten steckt.
zur belohnung gibts ein paar kuriositäten.






oben: spaten aus holz und eisen

unten: werkzeug für den obstbau






unten: ein frühbarocker *leatherman*






kuriositäten aus aller welt






hier vermischen sich exotik, naturphänomene und handwerkskunst. ich glaube die menschen damals haben gern gestaunt! neugierde und phantasie scheinen mir tugenden gewesen zu sein. heutzutage macht man sich ja eher lächerlich in den augen "der gesellschaft" wenn man nicht abgeklärt und müde lächelnd auf die welt guckt....

also bitte - ein paar bildchen zum staunen üben.












da hängt es von der decke - das horn des einhorns!
heute wissen wir - es gehört zum narwal - aber ist es deswegen nicht weniger magisch? fragt mal die eskimos*, die mit diesen tieren leben und sie auch heute noch mit traditionellen mitteln jagen.

darf nicht fehlen - ein paradiesvogel:






*bevor eine PC-diskussion vom zaune gebrochen wird -  
 HIER
nachgucken!


Samstag, 7. Oktober 2017

meine herbstfarben 2017









das ist mein 501 post!
wie die zeit vergeht. als ich anfing wusste ich gar nicht ob ich es überhaupt schaffe diesen blog mit leben zu füllen.....
mittlerweile ist er teil meines lebens, mein kreatives ventil und mein tagebuch. und eine kommunikationsplattform - ein veritabler damensalon!
gerade im letzten jahr gab es so viele wunderbare "begegnungen", gemeinsame projekte, speziell #modish matrons# mit natalia und tina ist immer wieder eine tolle party. 
und es gab anrührende kommentare - vor allem wenn mir leserinnen schreiben, dass ich sie inspirieren konnte - geistig, modisch, ökologisch......

#influence# die man nicht mit geld bezahlen kann, aber unglaublich zufrieden macht, ganz ohne unnötig ressourcen zu verbrauchen oder müll zu verursachen ;-)

ich danke euch allen die ihr hier seid und mich damit inspiriert!
merci!!

💖












für alle, die auf den titel reingefallen sind und wegen "trend" hierher kamen, wenigstens EIN anzug - auch wenn das kleid 4 jahre alt ist und die jacke schon vintage und garantiert nicht mehr zu kaufen. das kleid übrigens auch nicht - einzelstück von mir für mich.
clogs - 2009
leggings - 2.hand
sonnenbrille - ca. 2010
tuch - vintage
gürtelschnalle - mexico
statement bag - äh - korb - nagelneu

alle fotos vom ersten oktoberwochenende.























Mittwoch, 4. Oktober 2017

museum im residenzschloss dresden #2


macht und mode*








achtung - das ist mein lieblingsthema! wer weiterhin glauben möchte dass kleidung nichts aussagt und und historisch, gesellschaftlich und politisch keine bedeutung hat geht besser die instyle lesen.....


mode interessiert mich nicht

denn ich liebe kleidung!
nicht nur wegen der sinnlichkeit der textilien - nein - kleidung hat etwas zu erzählen - man muss nur zuhören können.

selbst der steinzeitmensch trug seine felle nicht nur weil es kalt war, und die kette aus wildschweinhauern war nicht hübsch sondern ein symbol. ein symbol für die geschicklichkeit als jäger, mit hamsterzähnen hätte man wenig staat gemacht. und ein tigerfell machte natürlich viel mehr her als eins vom reh - nicht nur optisch. menschen haben sich schon immer mittels kleidung ausgedrückt, kleidung ist IMMER kommunikation. und so wie schweigen auch eine aussage ist - genauso sagt kleidung nie nichts aus - egal was der träger behauptet!


wenn es dann eine ausstellung gibt die "macht und mode" heist muss ich dringend hin. vor allem wenn dort kleidung aus dem frühbarock ausgestellt wird - eine wichtige zeit in der geschichte der bekleidung - damals wurden die grundlagen gelegt für die kleidung, wie sie heute aussieht. ausserdem basieren die meisten europäischen trachten auf der mode dieser zeit.

es ist schon erstaunlich, dass diese gewänder aus der zeit von 1550-1650 überhaupt noch existieren! und dann in diesem fantastischem zustand. dass sie überhaupt aufgehoben wurden, liegt an ihrem besonderen status als prunkkleidung - selbst königs haben nämlich für gewöhnlich ihre plünnen aufgetragen - oder an die dienerschaft oder hofschranzen niederer ränge vermacht. denn kleidung war extrem wertvoll: das material musste erst mal wachsen, auf dem feld oder dem tier - und das ganz ohne turbogene. die gewinnung des materials war natürlich reine handarbeit, von der ernte/schur über die reinigung und aufbereitung - noch bevor es überhaupt gesponnen werden konnte waren schon unzählige handgriffe vonnöten. besonders prächtige stoffe lieferte der orient - das war superteuer, schon allein wegen der immensen transportkosten und vielen zwischenhändler. und dann eben spinnen, weben, färben - von hand versteht sich. besticken, zuschneiden, nähen ohne nähmaschine, dekorieren..... 
und das alles nicht von amateuren gemacht - qualität bekam man auch damals schon nur bei fachleuten - die entsprechende preise verlangten. 



k l e i d e r g e s c h i c h t e 












gestrickte strümpfe - mit feinem muster, welches leider nicht zu fotografieren war.


unten: 
der kurfürst war natürlich nicht so breit - aber masse war ein machtsymbol, nur hungerleider waren dünn. und deshalb wurde der mantel so geschnitten und ausstaffiert dass er besonders voluminös aussah. die häufig verwandte gelbe farbe soll übrigens gar kein gelb darstellen sondern GOLD. tatsächliches gelb war verpönt und musste von aussenseitern der gesellschaft getragen werden wie juden oder huren. 















die auf uns heute befremdlich wirkenden schamkapseln waren ganz klar eine dekoration, die macht/potenz kommunizieren sollte. man lagerte darin nicht die entsprechenden körperteile, sondern taschentücher oder kleingeld.......
die hose oben ist übrigens ganz fein gestrickt und mit seide unterlegt.












dieser erste hosenanzug des kleinen prinzen ist aus purpurroter seide - rot ist eine farbe der kraft und hat eine mächtige ausstrahlung - deswegen wurden rottöne für jungenkleidung benutzt - die knaben sollten schliesslich mal den staat anführen.
um zu zeigen, wie winzig der anzug ist, hab ich mal den bahnwärter danebengestellt. 


















das kleine wesen im roten kleid auf dem gemälde im hintergrund ist übrigens ein prinz - solange die knaben noch nicht länger "anhalten" konnten, trugen sie kleider (auch noch im 19.jh.!) - weil die hosen mit bändern an den wämsern befestigt wurden (später gabs hosenträger) - und das dauerte seine zeit bis alle schleifen aufgebunden waren.... ein röckchen raffte sich da fixer zusammen.






die frauen- und mädchenkleider machen ebenfalls mächtig was her. wer jetzt meint, die "armen" frauen bedauern zu müssen wegen der "unbequemen" kleider, ist auf dem holzweg. erstens wurden solche üppigen kleider nur zu hofzeremonien und festen getragen, die damen schritten allerhöchstens gemessen herum oder sassen auf sesseln oder in sänften und wurden von vorn bis hinten bedient. und zweitens sind die kleider gar nicht so unbequem.
die mieder folgen den natürlichen proportionen und die schmalen taillen sind zum grossen teil ein optischer trick - mittels verschiedener stoffe, schnittführung, besatz und nicht zuletzt durch die weiten röcke und ärmel wirkt die taille viel zierlicher als sie eigentlich ist.
das funktioniert übrigens auch heute noch genauso.
röcke und mieder sind getrennt gearbeitet - so konnten die kleider den sich ständig verändernden frauenkörpern über jahre hinweg angepasst werden - kein mensch wäre damals auf die idee gekommen, an einer 30jährigen den körper eines backfisches zu erwarten oder dass eine 50jährige die figur einer 20jährigen haben müsste - nur um in die kleidung reinzupassen. ansonsten wohl auch nicht.





















das prunkstück der sammlung
 das landschaftskleid des kurfürsten johann georg I. von sachsen. die stickerei auf dem mantel zeigt die reiche und schöne elblandschaft mit der residenz dresden. dieses gewand war ein geschenk zu weihnachten 1611 von seiner mutter, der kurfürstin-witwe sophie. im jahr seines regierungsantritts war es wohl der berühmte wink mit dem zaunpfahl, die ererbten blühenden landschaften zu bewahren.
kommunikation - wir erinnern uns....

das landschaftskleid besteht aus dem schon erwähnten mantel. hose und wams, hut und wehrgehänge. es darf davon ausgegangen werden dass  dazu noch spitzen an kragen, manschetten und hosensäumen getragen wurden. 
so wie übrigens zu allen anderen damen-, herren- und kinderkleidern. aber die zarten spitzen sind wohl verlorengegangen, zumal sie nicht fest zu einem kleid gehörten, sondern bei bedarf mit heftstichen angenäht wurden. und da die spitzen ein vermögen kosteten, demzufolge man nur wenige garnituren besass, wurden sie natürlich immer wieder an andere gewänder angebracht - sprich viel öfter getragen als das prunkgewand selbst.






























ein niedlicher drache aus winzigen perlen - auf einen paradesattel gestickt. auf so einem sattel liess sich eine stundelange prozession schon mal aushalten.....

unten:
bestickte jagdtasche und handschuhmanschetten















*macht und mode ist der name der ausstellung - falls jemand hingehen möchte. 
allerding kann ich die führungen nicht empfehlen - ich konnte gleich 2 museumsführerinnen belauschen und was sie über die gewänder erzählten, war eher unter mythen&legenden einzuordnen denn unter kostümgeschichte......