Dienstag, 16. Juni 2015

ein X vormachen.....

ines meyrose aus hamburg ist eine stilberaterin mit einem sehr interessantem und schön zu lesendem blog - den ich schon eine weile verfolge obwohl ich ganz sicher keine stilberatung in anspruch nehmen werde in diesem leben. (manche sagen jetzt vll. dass ich eine bräuchte - haha)
na jedenfalls mag ich was sie so von sich und ihrer arbeit erzählt....
übers hin- und herkommentieren sind wir darauf gekommen dass wir ziemlich ähnliche "körperkonstruktionen" (sie ist 5cm kleiner) haben  - aber ganz unterschiedlich damit "arbeiten".

ich hatte mich ja irgendwann dafür entschieden* mich möglichst taillenbetont/sanduhrförmig zu kleiden - obwohl ich nicht wirklich eine wespentaille habe. aber mit ein paar tricks, volumen an den richtigen stellen und mal ein gürtel kann ich die illusion einer X-silhouette erzeugen. 
meiner und auch ines´ meinung nach die weiblichste aller silhouetten....

und so kam ines auf mich zu und fragte ob ich ihr einen rock leihe damit sie es mal ausprobieren könnte - der rest ist geschichte - und steht auf ihrem blog in der rubrik "in den kleidern von..."




schaut mal bei ihr vorbei - ich finde es grossartig wenn jemand seine eingetretenen pfade verlässt um etwas neues und anderes auszuprobieren. und bedenkt dass der rock für mich und nicht für ines massgeschneidert ist!

röcke machen taille:
(und dass ich mal gemodelt habe schadet auch nix)








*eine modisch-hagere figur ist mit meinen genen nicht zu bewerkstelligen, jeder versuch "dünn" auszusehen würde nur in lächerlichkeit enden....


Sonntag, 14. Juni 2015

2. leben


neenee - der liebe mann führt kein doppelleben!
ein zweites leben für seine lieblingslederjacke ist gemeint. irgendwann hatte ich schon mal eine eingerissene tasche repariert und ein sattler einen neuen reissverschluss eingenäht - aber nun waren die bündchen hinüber - sie hingen nur noch als fransen an der jacke....
schon im winter bei einer expedition in die kurzwarenabteilung eines dresdener warenhauses fanden wir neue strickbündchen, schon fertig zum annähen konfektioniert.
da ich mich vor dem auftrennen graulte hats der liebe mann gemacht!




dann mussten noch ein paar mürbe stellen im leder versorgt werden - mit universalkleber, resten dünnen leders und einem hammer. mit dem hammer wird der flicken angeklopft wenn der leim fast trocken ist. hält bombenfest.



dann mit meiner braven industriemaschine - textima - die bündchen zwischen futter und leder eingenäht.......
das letzte stücken mit der hand zugenäht, mit einem alten geschirrtuch unterm eisen gebügelt - et voila: 


die hose hab ich ihm genäht,
den lavendelfarbenen pullover hat er sich selbst gekauft


beim kleidertrödler ein paar seidenschals gefunden...
so knalliges pink hatte ich noch nicht:



marinestil mal anders:


bei waldmotiven kann ich nie widerstehen! da freu ich mich schon auf den herbst:






Dienstag, 9. Juni 2015

die holunderblüte




natürlich bin auch ich von exotischen gehölzen für den garten fasziniert! aber kurz bevor ich den sparstrumpf plündere und und ein elegantes gebüsch erstehe - das dann womöglich im nächsten winter erfriert, von blattläusen und kollegen aufgefressen wird oder einfach den boden nicht mag - blüht der holunder!!!



der garten ist in einen zauberhaften duft gehüllt für ein paar tage, die cremeweissen blüten sind einfach wunderschön. und das alles ganz gratis - holunder wächst ganz freiwillig in unserem garten. und selbst wenn man ihn umsetzen will lässt er das ganz geduldig über sich ergehen. nach 2 jahren blüht er wieder als wär nie was gewesen. zwar hocken auch jede menge blattläuse auf ihm, aber dass steckt er locker weg. im herbst macht er aromatische beeren, die vögel lieben sie und ich mach sirup draus. für einen gruss vom sommer an dunklen winterabenden.....


und dann gibts da noch den holunderblütensirup!!!!
an einem heissen tag anfang juni - rechtzeitig bevor die gewitter kommen und die blüten verregnen - bin ich in den holunder geklettert und hab geerntet:




die frischgeernteten blütendolden kommen in einen sud aus wasser, rohrohrzucker und zitrone - sobald der sud kocht. alles schön durchrühren und gas abdrehen. dann deckel drauf (ich hab extra noch ein leintuch drübergebunden) und 3-5 tage im keller (kühl&dunkel) stehen gelassen.....



dann das ganze abseihen......



für sirup einfach aufkochen und sofort in saubere flaschen füllen die auch gleich zugemacht werden müssen. so hält sich das ganze ein paar monate. für gelee habe ich einen teil des sirups mit agar-agar aufgekocht und heiss in gläser gefüllt - himmlisch!!!!




Donnerstag, 4. Juni 2015

architektur


immer am letzten sonntag im mai ist der "tag des offenen umgebindehauses". 
die meisten werden jetzt fragen: "ein haus zum umbinden????"
also versuche ich mal eine erklärung....

das umgebindehaus ist eine für die hiesige region typische art eines hauses - im prinzip eine slawische blockhütte mit einem fränkischem fachwerk obendrauf.
und weil man das fachwerk nicht direkt auf die blockbohlen setzten kann* steht das obergeschoss/der dachstuhl aus fachwerk auf extra ständern die aussen vor der blockbohlen-fassade stehen - das haus sieht aus als hätte es sich was umgebunden!
*holz quillt und schrumpft je nach luftfeuchtigkeit ganz unterschiedlich in länge und breite - die veränderungen in wuchsrichtung des ehemaligen baumes sind gering = fachwerksständer. in der querrichtung allerdings verändert so ein balken auch nach 300 jahren noch seine dicke mit jedem wetterumschwung ganz mächtig. bei einer zimmerhohen blockbohlenwand können das schon mal mehrere zentimeter sein - was für darüberstehende stockwerke natürlich fatal wäre!
nun hätte man ja auch das untergeschoss komplett aus stein oder fachwerk bauen können - oder? 
eben nicht. die blockbauweise ist dem klima hier hervorragend angepasst, so eine blockbohlenstube ist immer gemütlich egal welche kapriolen das hier tendenziell feuchte wetter gerade schlägt. 






Eingangs- und Stallteil aus Sand-, Granit- oder Feldsteinmauerwerk




Blockstube aus behauenen oder unbehauenen Baumhölzern




Umgebinde aus verschiedenartigen Holzelementen des Fachwerkbaues




Obergeschoss- bzw. Dachaufbau in Fachwerk- und Holzdachstuhltechniken


Abbildung aus "Umgebindehäuser" von Karl Bernert

zu ergänzen wäre hier - typisch mann das nicht zu erwähnen - dass in dem gemauerten "eingangsbereich" sich die küche befindet mit dem offenen herd. von dort aus wird auch der kachelofen in der stube geheizt - kein offenes feuer in der holzhütte!
und keller als "wohnraum" gabs natürlich auch nicht. höchstens ein flaches gewölbe unterm flur für vorräte die es gern kühl und feucht haben.......
über dem stallteil waren die schlafkammern - die tiere sorgten für die "fussbodenheizung". über der stube und im spitzboden lagerten getreide, heu und stroh, das dämmte ganz hervoragend!


und weil diese traditionelle architektur dem klima so gut angepasst ist ist sie natürlich extrem nachhaltig!
zumindest solange man nicht mit modernen baumaterialien daran herumpfuscht. so manches haus wurde "umgebracht" weil man den lehm im fachwerk durch beton ersetzte, die fassade mit zementputz versah - sieht doch ordentlich aus! - oder die blockbohlen luftdicht verkleidete.
aber zum glück gibt es ein paar vernünftige menschen die alles daran setzten diese häuser zu retten. einen davon werde ich demnächst mal vorstellen - sein haus ist ein wahres schatzkästlein - das letzte foto ganz unten ist schon mal eine andeutung......

die fotos hier sind in hinterhermsdorf einstanden - das allerhinterste dorf in der sächsischen schweiz, die strasse endet dort, danach scheint nur noch wildniss zu kommen. es ist schon ziemlich hoch gelegen, deswegen ist das wetterempfindliche fachwerk des obergeschosses hier mit holz oder schiefer verkleidet.

das museum in hinterhermsdorf - leider mittagspause als wir da waren - aber picobello saniert!!






unsaniert, unbewohnt. aber das schieferdach scheint noch in ordnung und da das holz das haus auch bei geschlossen fenstern gut klimatisiert muss man wahrscheinlich nur mal ausfegen und kann dann sofort einziehen. idyllischer gehts kaum.





Vereinshaus von der Elbsandstein-Initiative e.V. 

nach soviel ländlicher architektur ein paar schnappschüsse meines ländlichen sonntagsanzuges:




die 30er-jahre strickjacke war nötig, es war ziehmlich frisch hoch oben im wald. der rock ist von mir und die bluse hab ich von der nachbarin geerbt. schuhe ebenfalls 30er-jahre vom flohmarkt - für 2€! die bequemsten schuhe der welt, kann stundenlang in ihnen laufen, sogar ohne socken!!!



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