Montag, 25. März 2013

nachhaltigkeit

das ist ja eigentlich der heimliche inhalt dieses blogs.
habt ihr noch gar nicht gemerkt, he?

also nachhaltigkeit. und wer hat´s erfunden? natürlich een sachse......


genau hingucken!

hans carl von carlowitz, 1645-1714, sächsischer oberberghauptmann in freiberg (meine geburtsstadt, sein haus steht immer noch da) veröffentlichte im frühjahr 1713 sein äusserst umfangreiches werk "Sylvicultura oeconomica", oder "haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht".

„Wird derhalben die größte Kunst/Wissenschaft/Fleiß und Einrichtung hiesiger Lande darinnen beruhen / wie eine sothane Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen / daß es eine continuierliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe / weiln es eine unentberliche Sache ist / ohne welche das Land in seinem Esse (im Sinne von Wesen, Dasein, d. Verf.) nicht bleiben mag.“ (S. 105–106 in der „Sylvicultura Oeconomica“).
(wikipedia)

bild von 2009 - die jacke (armeeladen) leistet immer noch beste dienste, der rock ist mittlerweile mein winter-haus-und-hofrock weil aus guter warmer stabiler wolle... 


ging es bei herrn von carlowitz ganz speziell um die forstwirtschaft, die sich ja ohne nachhaltigkeit quasi selbst ausrotten würde, ist 300 jahre später der begriff zum - oft missbrauchten - modewort geworden.
was ist heutzutage nicht alles "nachhaltig", im sinne von ökölogisch sinnvoll......
mich persönlich machen "trends" sehr skeptisch, in der natur einer mode liegt ja ihre vergänglichkeit. was nix mit nachhaltigkeit zu tun hat.

vielleicht liegt es daran dass ich als kind oft bei meinen grossmüttern war, die aus kriegs- und nachkriegerfahrung gar nicht anders konnten als nachhaltig zu wirtschaften. 
da ich zum beispiel keine lebensmittel wegwerfen will dauert einkaufen derselben natürlich viel länger weil ja genau überlegt werden muss was gebraucht wird und was sich wie lang hält. einkaufs-zettel sind unerlässlich. zum glück hat das häuschen einen wohltemperierten sandsteinkeller, da kann man prima kartoffeln, obst, gemüse und käse einlagern. eine tiefkühltruhe haben wir nicht, unser minikühlschrank hat nicht mal ein eisfach. brauchen wir einfach nicht. wollen wir auch nicht. die ernährungsphysiologische nachhaltigkeit von schockgefrorenen lebensmittel ist zweifelhaft. vom stromverbrauch zu schweigen.

shabby chic ;-)
bei anderen anschaffungen überlegen wir nicht nur aus sparsamkeit sehr lange. und landen dann oft bei "antiquitäten", einfach weil dinge und geräte die vor sagen wir mal 1990 produziert wurden einfach länger halten. im prinzip könnte man sagen je älter etwas ist umso haltbarer. die allerneuesten einbauten der vorbesitzer des hauses sind auch zuerst kaputtgegangen, gleich im 1. sommer hier. die 120 jahre alten originaleinbauten halten bestimmt noch mal so lange bei guter pflege.
überhaupt pflege: wie der wald so ist auch die restliche welt dankbar für einen pfleglichen umgang, sei es die "umwelt" allgemein, die bausubstanz, das auto oder beziehungen zwischen den menschen. behandelt man sie pfleglich statt sie schamlos auszunutzen danken sie es mit haltbarkeit und ja - nachhaltigkeit.
und zur nachhaltigkeit bei der kleiderwahl schreib ich mal einen extrapost - sonst wird das hier zu lang!



   



Kommentare:

  1. What an incredible lovely forest. It reminds me a great deal of the lush, verdant Pacific Coast rain forest that runs along much of the west coast of British Columbia (the province where I live). When I was growing up, my paternal grandparents had a small patch of forest running up their street and I adored playing in it all the time (it was a like a fairy kingdom to my young mind).

    Wishing you a joyful Easter weekend, dear Beate!
    ♥ Jessica

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  2. Liebe Beate,
    ja, der Mann war offensichtlich ein Vordenker, und vermutlich würde er sich heutzutage auch für "Nachhaltigkeit" in anderem Sinne einsetzen. Was den BEGRIFF betrifft: Ich denke, wir müssen einfach darauf achten, dass er eben NICHT NUR eine Modeerscheinung ist, sondern dass es eine continuierliche beständige und nachhaltende Nutzung des Wortes gebe! Das liegt u.a. gerade an solchen Wüstenruferinnen, wie wir es sind ;o)) Mal abgesehen davon, dass das Internet nicht unbedingt eine WÜste ist und wir daher gehört werden können ;o))
    Alles Liebe, ich komm dich gleich nochmal besuchen, diesmal bei deinem aktuellen Post!
    So long, die Traude

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  3. Dein erstes Bild ist dir sehr gut gelungen. Das ist Moos, gell?
    Ist natürlich schon so eine Sache mit den alten Elektrogeräten zum Beispiel. Der Verbrauch zu den Neuen ist halt schon noch sehr hoch... Aber du hast recht. Die alten Geräte hatten/haben eine viel grössere Lebensdauer.
    lg Gabriele ☼

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  4. super beitrag zur Nachhaltigkeit, Hut ab davor wie du lebst und denkst!
    es stimmt ja, kauft man Neues gehts ratz fatz kaputt weil es genau dafür produziert wurde, was Altes hält nachhaltig länger, oft schon bewiesen!!!
    toller beitrag zur Aktion von Traude...
    herzlich Angelface

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