Dienstag, 18. Oktober 2016

bis havelberg! #havelexpedition teil 2




nach der mittagsrast 

mit sonnenbad und havelplantschen fiel es reichlich schwer uns wieder in die boote zu verfügen. aber es half nix - der anvisierte übernachtungplatz war der letzte vor havelberg, wenn wir am sonnigem strand geblieben wären hätte sich die nächste tagesetappe ins nicht schaffbare verlängert...... 


© jac 2016


jedoch - die götter sind mit den mutigen! 
wir riskierten die einfahrt in einen seitenarm, wehr und schleuse waren demontiert.
belohnung in form von sonnendurchfluteter idylle und und einer flotten strömung:


© jac 2016


das nächste wehr rauschte allerdings fröhlich vor sich hin:


© jac 2016


eine nigelnagelneue kahnschschleuse ersparte das mühsame umtragen - aber geschenkt kriegt man nix - die schleuse war mit muskelkraft zu betreiben!
warum der job an mir hängenblieb weis ich allerdings nicht so genau....


© jac 2016

© jac 2016

immerhin musste ich nicht in der moddrigen schleusenkammer ausharren.

golden sank der spätsommerabend hernieder und mit sonnenuntergang erreichten wir strodehne.
und die kneipe hatte ruhetag.




zum glück bargen die bootsspitzen noch reichlich lebensmittel. der platz war gepflegt, mit schickem sanitärhäusl, kostete aber auch ein paar talerchen.
wir hatten eine ruhige nacht ohne gefechtslärm und das wecken besorgten tausende über uns hinwegziehende gänse.....

wie man am zusammenpack-foto sieht war der nächste tag ein grauer - aber 

das dicke ende sollte noch kommen!


© jac 2016

© jac 2016

die ersten 5km war alles prima - sogar leichter rückenwind. dann floss der fluss statt nach norden nach westen und der südost drehte auf westnordwest.......


© jac 2016

10 km bis havelberg bei windstärke 4 im gesicht.
wenn wir aufhörten zu paddeln wehte es uns den fluss wieder rauf!

da half auch die flucht in einen altarm nicht, das meterhohe schilf hielt den wind kaum ab.
aber auch an diesem tag gabs positive überraschungen - wir sahen ein seeadlerpärchen das genau über uns akrobatische flugmanöver im stürmischen wind veranstaltete:


© jac 2016

© jac 2016

© jac 2016

endlich havelberg

der zeltplatz mit heissen duschen auf einer insel mitten in der stadt, ein leckeres und reichliches abendbrot in einer kneipe an der domtreppe, und endlich raus aus diesem wind.
wir waren ziemlich platt.
aber guter laune.


© jac 2016

© jac 2016


am nächsten morgen wurde gründlich ausgeschlafen, jens fuhr mit bus&bahn das auto holen und der rest der mannschaft baute die boote ab und verstaute allen kram fertig zum verladen.

auf der heimfahrt
kamen wir an tangermünde vorbei - mittagessen war sowieso fällig also fuhren wir in die alte hansestadt hinein, aßen was und spazierten durch die pittoreske altstadt:




meine landgangsuniform:
von mir mit einem reissverschluss komfortabel gemachte matrosenbluse aus lodenstoff - 2.hand von der US-navy
(trug ich auch im boot bei windstärke 4 und jeder menge spritzwasser)
ringelnicky vom mir genäht / altes wollenes halstuch
plisseerock - 2.hand
(ideal - weil aus polytieren knittert er kein bisschen im seesack!)
weisse leinenschuhe - mit aufgesticktem ankerchen!


herrlich sind die tage auf dem wasser - trotz anstrengungen - oder vielleicht gerade deswegen.
jedenfalls wollen jens und katrin sich jetzt auch ein boot kaufen!




Samstag, 15. Oktober 2016

in den letzten tagen des september #havelexpedition teil 1



in diesem denkwürdig warmem september machten wir uns nochmal auf - kurz vor dem ende des wahrhaft goldenen spätsommers......

freunde kamen mit, katrin und jens, in unserem "zweitboot". für sie war es eine premiere.
und die startete so holprig wie sich das gehört.
bei der anfahrt zur einsatzstelle in rathenow verrann die zeit während das navi uns über die dörfer lotste - die 1,5h verspätung sollten uns bis havelberg anhängen.

nichtsdestotrotz bauten wir fröhlich unsere boote auf - was auch extra lange dauerte weil die eigner aus der übung waren und die neulinge hatten naturgemäss keine ahnung.
der nachmittag war schon ein später als wir die schifflein endlich richtung wasser bugsierten und beluden:



© jac 2016

© jac 2016


um dann endlich in see zu stechen

zum "einpaddeln" hab ich die pärchen erstmal getrennt - so konnten katrin und jens ein gefühl fürs boot bekommen - ohne die verantwortung fürs steuern - und ohne den stress, den das paddeln im zweierboot am anfang auf eine paarbeziehung ausübt. 

rathenow ist klein - sehr schnell waren wir in der natur:


© jac 2016

© jac 2016


viel war nichtmehr übrig vom tag und die anfahrerei und bauerei hatte uns mächtig geschlaucht. und übung im paddeln hatte auch keiner - der letzte bootsausflug der bahnwärter war 2013.

und so war es schon mächtig schattig als wir den biwakplatz göttlin erreichten.
den muss ich sehr loben!
ein schöner strand - bequem zum anlanden. holzbalken für die boote, feuerstelle, grosser gemauerter grill, rustikale sitzgruppe und ein dezent hinter holzbrettern getarntes dixiklo - sauber.
und das alles für lau!




nachdem wir quartier gemacht, jens eine angeknackste sente repariert hatte und das abendessen in hungrigen mägen verschwunden war, fielen wir in schweren schlaf.....
der bald darauf von geschützdonner und maschinengewehrsalven unterbrochen wurde!!!
auf der karte hatte ich gesehen dass es einen truppenübungsplatz in der gegend gab - aber dass die ausgerechnet in dieser nacht manöver abhielten - damit konnte man nicht rechnen.
unglaublich.

dafür war dann der morgen unsagbar friedlich und schön:



© jac 2016

© jac 2016

© jac 2016




die sonne leckte die nebel auf und es wurde ein kolossaler tag!




© jac 2016

© jac 2016



nachdem wir das nadelwehr grütz mittels einer gigantischen schleuse, in der wir uns sehr klein und verletzlich vorkamen, umfahren hatten guckten wir uns diese wasserstaueinrichtung von der talseite mal an. in gebührendem abstand versteht sich.

mittagspause an einem herrlichen strand voller muschelschalen und leerer schneckenhäuser:





wer braucht schon karibik!
nur das badewasser war saukalt - ob das daran lag dass ich keinen badeanzug trug???


die andere hälfte der expedition kommt im nächsten post......





Mittwoch, 12. Oktober 2016

autumn








das letzte wochenende war hektisch.
ungewöhnlich für die bahnwärter.
aber manchmal muss man eben machen - und zwar mit´m ruck.

und zwar winterfest.
kohlen bestellt, doppelfenster eingesetzt und geputzt, katzenklappe besorgt & installiert, den roten salon eingeräumt - wozu auch ein neues lattenrost für den divan gehörte - welches wir natürlich nicht fertig gekauft haben:
20€ für einen zusammengetackerten satz latten voller äste im möbelhaus fanden wir unangemessen - stattdessen für 6€ ordentliches holz im baumarkt geholt, zurechtgesägt und band angetackert.
(zurechtsägen hätten wir sowieso gemusst - der alte divan hat kein standardmass)
die stiefmütterchen von den anzuchttöpfen in den blumenkasten gesetzt, holz gehackt, die letzten kräuter geerntet......

die letzten jahre kam die kälte erst im november - da konnten wir uns zeit lassen mit dem winterfest-machen.
heuer schneit´s schon oberhalb 900m.
nach dem langem, warmem spätsommer ein wenig plötzlich!







spätsommer 

im september fing der garten an auszufransen........
die fette henne errötete, auch der wilde wein und die letzten tomaten.
zart purpurne sonnenuntergänge wetteiferten mit den astern.
nur die temperaturen schienen auf der leitung zu stehen - die nachmittage waren wärmer als an manchen julitagen.......




der plan für den gladiolenkasten ist aufgegangen - die im frühjahr gesteckte kapuzinerkresse hübschte das absterbende gladiolenlaub ganz ordentlich auf:




morgens war das tal voller nebel. golden kämpfte sich die sonne durch. 
herbstanfang war nicht wegzudiskutieren - auch wenn er sich den ganzen september wie spätsommer anfühlte.

die "richtigen" herbstbilder schlummern noch auf dem chip. die natur verändert sich gerade so schnell, jeder tag ist anders, man kommt kaum nach........