Sonntag, 18. Juni 2023

DAS ESSEN WÄCHST HINTERM HAUS

 




pragmatismus

blümchen sind ja sehr erbaulich - aber ab&an braucht man was zwischen die zähne.

gemüse aus dem eigenen garten ist 1000x leckerer und gesünder (sofern man auf fiese chemie verzichtet) als alles, was man im laden kaufen kann - und frischer sowieso.
ausserdem spart man geld und der umwelt jede menge verpackungen und transport-abgase.........

aber arbeit machts.
wobei ich diese art arbeit jedweder büroarbeit vorziehe - ein büro löst bei mir fluchtreflexe aus. im garten ist man an der frischen luft und braucht durch die körperliche betätigung bei anlegen der beete, bereiten des komposts, pflegen, giessen (mit giesskanne, damit man weis, wieviel man giesst - täglich 10-20 liter auf den m2 je nach wetter), jäten etc.... kein fitnessstudio.
braun wird man auchnoch nebenbei.

damit nun die ganze arbeit nicht für die wühlmaus ist, haben meine gartengenossin andrea & ich beschlossen, möglichst viel in "containern" anzubauen.
natürlich haben wir kein geld für schicke, vorgefertigte hochbeete, schon gar nicht in der menge, die wir hier bräuchten.... also haben wir zusammengesammelt, was andere wegwerfen wollten: alte fässer, säcke, eimer.

nur die stangenbohnen stehen "in der gewachsenen erde" - wobei die natürlich massiv mit kompost verbessert wurde.
statt morscher holzeinfassung haben wir in beton-kantsteine investiert - die halten jetzt für den rest unseres lebens. wie die armiereisen als kletterhilfen (statt holzstangen).








oben:
7 tomatenpflanzen (verschiedene), 1 paprika, 2 freilandgurken in maurereimern. 6 kleine löcher (ca. 0,5cm) in den boden gebohrt - fertig ist der mäusesichere tomatenkübel. ausserdem halten die eimer das wasser viel besser als unser boden aus flusskies & sand - wichtig in diesen trockenen sommern. und: wir können die pflanzen an den für diese art gemüse klimatisch besten platz, die südseite des hauses, stellen - ein beet ließe sich da aber nicht anlegen.






kohlrabis & zucchinipflanze in breiten säcken aus cordura (transportbehälter für baumaterial eigentlich). überschüssiges wasser kann abfliessen durch die "maschen", aber die maus kriegts nicht durchgenagt.











ein sack kartoffeln!
eigentlich für´s balkongärtnern entwickelt.... zusätzlich steht der hier noch auf einem eisernen tonnendeckel - sicherheitshalber - die saftigen kartoffeln werden von mäusen geliebt.

manchmal fährt ein zug vorbei.








rhabarber-fruchtaufstrich und das mediterrane kräuterbeet.......
darunter: bohnenkeimling










mangold in einer alten, lecken badewanne und möhren zusammen mit etagenzwiebeln im hölzerner palettenkiste.
dahinter, kaum zu sehen, spitzkohl in halben fässern......








im hauptbeet stehen zucchini, mangold und kohlrabi in geteilten eisenfässern - manche quer, andere längs durchgeschnitten.... kleine löcher im boden sorgen für drainage - andererseits auch hier: das wasser wird besser gehalten als im sandigen boden.






erst hatte ich ein bisschen angst, der garten würde aussehen wie ein schrottplatz - aber es guckt sich weg in all dem grün, das sich grad schon wieder verdoppelt hat dank ein paar schauern gestern & heute.......






Dienstag, 13. Juni 2023

BIENENFEINDLICH

 





giftiger trend


ich schrieb ja im letzten post über wildstauden im garten, die insekten- und singvogelfreundlich sind, weil sie nektar, pollen und samen liefern.....
....und dass es mittlerweile "trendy" ist, solche pflanzen im garten zu haben und die grossmärkte schon auf den zug aufgesprungen sind.

und weil mich das thema wirklich persönlich interessiert, habe ich weiter recherchiert - und bin auf schreckliches gestossen!!!

 denn viele der im handel erhältlichen sommerblumen haben eine hohe pestizidbelastung! 
das ergab eine studie des BUND.
dazu wurden 22 stauden aus gartencentern & baumärkten, die das etikett "bienenfreundlich" trugen, auf giftige rückstände untersucht. das erschreckende ergebnis: 


38 pestizide wurden gefunden, 

5 wirkstoffe sind hochgefährlich für bienen 

und 7 haben keine zulassung in deutschland......


außerdem: 20 der gefundenen pestizide sind laut BUND auch für menschen "hoch gefährlich" - vor allem für die arbeiter in den aufzuchtplantagen, aber auch für die gärtner und floristen, die täglich engen kontakt zu diesen pflanzen haben.


BUND-expertin corinna hölzel:

"Über 80 Prozent der Beet- und Balkonpflanzen im Handel kommt aus dem globalen Süden. Vor allem aus Ländern in Lateinamerika und Afrika. Dort ist die Produktion billiger und die klimatischen Bedingungen für die Aufzucht besser und es gibt dort weniger strenge Gesetze und weniger Kontrollen - man kann mehr Pestizide einsetzen, was gut ist für den schnellen Profit.
Erkennen können Hobbygärtner die Herkunft nicht. Auf den Etiketten an den Pflanzen steht lediglich, in welchem Land der letzte Kultivierungsschritt war. Das seien vor allem Deutschland und die Niederlande. Hier werden die kleinen Pflanzen weiter herangezogen, umgetopft und gegebenenfalls noch mal mit Pestiziden behandelt."


vom beinahe-aussterben der wanderfalken weis ich, das pestizide in der nahrung von vögeln die eischalen extrem dünn & zerbrechlich machen und deswegen ein ausbrüten der küken unmöglich wird - ob das jemand bei den singvögeln schon untersucht hat???


also. liebe leser und hobbygärtner! nicht nur dem geldbeutel tut es gut, wenn ihr einen bogen um das gartencenter macht! 
stattdessen lest euch nochmal die tipps im letzten post durch und zieht eure eigenen bienenfreundlichen, standort-passenden und vor allem pestizidfreien sommerstauden.























ansonsten hänge ich weit zurück mit meiner berichterstattung - die hier gezeigten akeleien sind längst zu samenkapseln geworden....... knipsen klappt noch, aber fürs editieren und post schreiben fehlt meist die zeit bzw. bin ich abends so hundemüde, dass mir beizeiten die augen zufallen.


logischerweise ist nix von dem, was in diesem post blüht, in einem gartenmarkt gekauft worden - stattdess gesammelte (in alten gärten) oder getauschte (mit "alten" gärtnern) samen, stecklinge und absenker.


























Montag, 5. Juni 2023

päonien an wildkräutern

 










reingefallen!

es gibt hier und heute nix zu essen - auch kein kochrezept. 

dafür: ein "rezept" für den ziergarten, den umweltfreundlichen nämlich........











ästhetik umweltfreundlich

dass die erde den bach runtergeht, ist nichtmehr zu übersehen und wohl auch nicht aufzuhalten.......
das hindert mich aber nicht daran, wenigstens auf meinem winzigen stückchen land (700m2) zu versuchen, paradiesische zustände herzustellen - für ALLE bewohner.

und es lohnt sich!
seit ich den garten naturnah bewirtschafte - er war eine zugewucherte wildnis, als wir hier ankamen - kann ich viel mehr vögel, insekten, kleinsäuger und reptilien beobachten. ja - es wurden, je diverser ich den garten gestaltete, immer mehr - und immer mehr verschiedene arten.

ich denke, es liegt an der gesunden mischung.
neben den exotischen mit den grossen blüten wie den pfingstrosen gibt es jede menge einheimisches wildes - blühstauden, gehölze und gräser.... da ist für jede biene, hummel, jeden käfer oder schmetterling eine futterpflanze dabei - kleine samenkörnchen für kleine vögelchen auch. 
und das "wilde" blüht fast das ganze jahr über - angefangen von den schneeglöckchen im februar bis zu den bergastern ende oktober.












aber wie?

mittlerweile kann man ja wildstauden im gartenversand bestellen und es gibt auch da "trends".....
aber vorsicht - nicht jede pflanze fühlt sich in jedem garten wohl - gerade die wildsorten sind an ihre ursprünglichen standorte extrem angepasst.


tipp 

einfach mal gucken, was so wächst, wenn man quasi nix macht. 
wobei - am anfang hat man schon eine ordentliche arbeit - denn: am besten funktioniert die "anzucht" von wildstauden, wenn man in einem teil des gartens "brachland" produziert - rodet also den rasen, reisst einen schuppen ab oder befreit eine fläche von ihrem beton. dann liegenlassen. 
schon im nächsten jahr hat sich dort angesiedelt, was sowieso in der gegend wächst - und das ist oft sehr hübsch und vor allem ökologisch sinnvoll.
nach der blüte sammelt man die samen, bei mehrjährigen stauden kann man diese auch ausgraben (evt. teilen) und die rizome/wurzelballen an andere stellen im garten verpflanzen. manchmal siedelt sich auch gleich ein gehölz an - das lässt sich dann, am besten im spätsommer, auch dahin versetzen, wo es seine wirkung richtig entfalten kann.
aber unbedingt darauf achten, dass die sonnenanbeter wieder in die sonne kommen und die schattenliebhaber.... na ihr ahnt es.

ein weiterer vorteil der wildstauden - neben dem nutzen für die tierwelt: sie sind extrem pflegeleicht und brauchen oft nur wenig wasser und sind meist mit magerem boden zufrieden. 

man kann auch auf spaziergängen in der umgebung samen sammeln - das ausgraben von pflanzen sollte man aber unterlassen, es sei denn das gebiet kommt demnächst eh unter den bagger.......













meine lieblingssachen in den letzten 2 wochen

der DIY leinenrock mit wachsdruck (2014), die gaucho-stiefel von letzten jahr und der nietengürtel vom herbstflohmarkt.....

neu dazugekommen ist die wollene handgestrickte jacke - vermutlich 1930er jahre. hat der BW mir gefunden auf dem flo-mi neulich. 
ein löchlein am ärmel war schnell und unsichtbar gestopft.
ich habe sie als jacke über bluse getragen und auch als top nur mit schwarzem BH drunter beim freilufttheater letzten samstag - die wolle auf der haut lieferte eine willkommene wärme, als die nachtkühle aus dem wald kroch..... #nofleece

ohrringe aus bein.

(das supermodel in mir braucht grade ´ne pause - deswegen liegen die klamotten nur rum. ich hoffe ihr seht mir das nach....)














damit die liebhaber guter küche nicht ganz so enttäuscht sind - hier noch einen blick in die des BWH. einbauküchenfreie zone. 
wenn ich recht drübernachdenke ist nur die laterne rechts oben auf dem bord überm fenster von uns neu gekauft worden.......