winterblüher
schneeglöckchen heissen so, weil sie mitten im winter anfangen zu blühen, trotz schnee und eis.
wobei - das mit dem schnee&eis wird ja immermehr zur kuriosität..... und obwohl wir noch einen ganzen monat winter vor uns haben, sieht es nicht so aus als gäbe es nochmal welchen.
seid ihr eigentlich schon genervt von meinem ständigen
klima-gequatsche?
es beschäftig mich. denn ich bin mit leib&seele gärtner. gartenarbeit hat mich immer sehr glücklich gemacht und die schönheit und die ernten haben mich mit zufriedenheit erfüllt.......
genau - vergangenheit.
es wird immer schwieriger. das wetter ist verrückt geworden. märz und april sind neuerdings meist knochentrocken - statt mildem frühlingsregen. bis anfang juni ist der boden eiskalt - was natürlich mit der trockenheit zu tun hat - feuchter boden erwärmt sich leichter. da aber kein regen gefallen ist seit ende der frostperiode sind die wasserspeicher leer - man kann also nicht giessen ausser man ist krösus. dann wird es schlagartig brüllend heiss - die mühsam herangezogenen jungpflanzen werden geradezu gegrillt. und immer noch kaum wasser in den reservoirs.
dann unmengen schädlinge - invasive nacktschnecken, mäuseplagen, gefrässige insekten - denen allen scheint das wetterchaos gut zu bekommen.
ab mitte august dann tagelang starkregen, niedrige temperaturen, düsternis. aber früchte brauchen zum reifen genau das gegenteil - sonne, wärme, nicht zu nass sonst fault's.......
als ich hier anfing zu gärtnern - 2013 - da schien die welt noch in ordnung. das klima war mild, alle paar tage ein netter regen, so dass man kaum giessen musste. ich hatte nur eine kleine alte zinkwanne als wasserspeicher unter der regenrinne - und das hat völlig gereicht. nach dem 20. mai war es sicher vorbei mit frost und der boden erwärmte sich schnell - der juli war üppig grün und voller blüten, nicht sonnenverbrannt sepiafarben. der august war warm und licht......
ihr kennt mich - jammern ist nicht mein's. aber ich bin pragmatiker. und da ich ja auchnoch den ganzen sommer mit dem #ferienobjekt beschäftigt sein werde, muss ich prioritäten setzen. der ziemlich verlotterte zustand des gartens seit letztem herbst ist ein zeichen!
und so habe ich beschlossen, dass erstmal kein gemüse mehr angebaut wird. mit dem zier-, erholungs-, kräuter- & obstgarten habe ich immernoch genug zu tun. aber geld ausgeben plus arbeit/energie investieren für wg. chaoswetter kaum nennenswerte gemüseernten - nö. werden die zucchini und bohnen und tomaten eben im bioladen oder direkt bei der profi-gärtnerei gekauft.
ich werde den gemüsegarten gründlich aufräumen, das gestänge vom folientunnel, die bohnenstangen und die pflanzgefässe werden eingelagert. vll. hab ich ja näxtes jahr wieder lust und ideen für den gemüseanbau......
im februar
ist das wetter mal mild, kann man gut im garten arbeiten - z.b. gehölze verschneiden. allerdings sollte man sichergehen, dass sie danach auch minusgrade vertragen - sommerflieder mag nämlich keinen frost an frischgeschnittenen ästen, mein 1. wäre mir wg. spätfrost nach dem schneiden fast eingegangen.
liguster, hasel, wildrose, koniferen allerdings lassen sich nicht erschüttern - und besser jetzt den grund- und erziehungsschnitt machen als im märz/april, wenn die vögel schon in den hecken nisten......
und ja - im naturnahen garten darf es in form geschnittene gehölze geben - gerade dort, strategisch plaziert, geben sie struktur - etwas, was gerade "natur-gärtner*innen" oft vernachlässigen.
auch die wildhecken müssen mindestens 1x im jahr gestutzt werden - sonst hat man irgendwann buschland statt garten......
und so habe ich mit hecken- & astschere hantiert - sichtachsen wieder freigelegt, in den "verkehrsraum" ragendes und abgestorbenes entfernt, die gewünschten formen "herausgearbeitet". oben im bild die liguster-formschnitthecke und davor eine wildrose, die ich seit 3 jahren mittels eines armiereisens und strategischem schnitt zu einem bogen richtung sommersalon forme.
als es wieder anfing zu stürmen habe ich drinnen die gartenscheren geschliffen.........
kein schöner anblick
das erdbeerbeet war mir völlig entglitten. ausserdem trugen die pflanzen wg. überalterung letztes jahr nur mässig..... die flaschen auf stecken hatten nur wenig gegen die wühlmäuse ausrichten können - erdbeerwurzeln sind für die eine delikatesse. und weil die pflanzen so geschwächt waren, waren die fruchstengel sehr zart und neigten sich zu boden - so hatte ich, um schimmel zu vermeiden, pflanztöpfchen unter die beeren platziert.
jetzt im winter sah das arg nach müllhalde aus. zumal in verbindung mit dem abgestorbenen unkraut.
also erstmal für die gelbe tonne gesammelt.
dann mit der harke eine ganze schubkarre abgestorbenes material entfernt - das kam auf den "graskompost" - ein extra haufen nur für rasen- und wiesenschnitt und andere schwer verottende gartenabfälle. aber nach 3 jahren und 1x umsetzen wird auch daraus herrlicher humus.....
man muss loslassen können. wenn eine tür zugeht, geht eine andere auf. nachdem ich den entschluss gegen das gemüse gefasst hatte, war mir sehr viel leichter. und ich hatte gleich vielmehr lust, mich um die anderen gartenteile zu kümmern!
ich werde euch auf dem laufenden halten.....















