Sonntag, 11. Februar 2024

GÄRTNERN IN ZEITEN WIE DIESEN

 





winterblüher

schneeglöckchen heissen so, weil sie mitten im winter anfangen zu blühen, trotz schnee und eis.

wobei - das mit dem schnee&eis wird ja immermehr zur kuriosität..... und obwohl wir noch einen ganzen monat winter vor uns haben, sieht es nicht so aus als gäbe es nochmal welchen.

seid ihr eigentlich schon genervt von meinem ständigen 
klima-gequatsche?

es beschäftig mich. denn ich bin mit leib&seele gärtner. gartenarbeit hat mich immer sehr glücklich gemacht und die schönheit und die ernten haben mich mit zufriedenheit erfüllt.......
genau - vergangenheit.
es wird immer schwieriger. das wetter ist verrückt geworden. märz und april sind neuerdings meist knochentrocken - statt mildem frühlingsregen. bis anfang juni ist der boden eiskalt - was natürlich mit der trockenheit zu tun hat - feuchter boden erwärmt sich leichter. da aber kein regen gefallen ist seit ende der frostperiode sind die wasserspeicher leer - man kann also nicht giessen ausser man ist krösus. dann wird es schlagartig brüllend heiss - die mühsam herangezogenen jungpflanzen werden geradezu gegrillt. und immer noch kaum wasser in den reservoirs. 
dann unmengen schädlinge - invasive nacktschnecken, mäuseplagen, gefrässige insekten - denen allen scheint das wetterchaos gut zu bekommen.
ab mitte august dann tagelang starkregen, niedrige temperaturen, düsternis. aber früchte brauchen zum reifen genau das gegenteil - sonne, wärme, nicht zu nass sonst fault's.......

als ich hier anfing zu gärtnern - 2013 - da schien die welt noch in ordnung. das klima war mild, alle paar tage ein netter regen, so dass man kaum giessen musste. ich hatte nur eine kleine alte zinkwanne als wasserspeicher unter der regenrinne - und das hat völlig gereicht. nach dem 20. mai war es sicher vorbei mit frost und der boden erwärmte sich schnell - der juli war üppig grün und voller blüten, nicht sonnenverbrannt sepiafarben. der august war warm und licht......


ihr kennt mich - jammern ist nicht mein's. aber ich bin pragmatiker. und da ich ja auchnoch den ganzen sommer mit dem #ferienobjekt beschäftigt sein werde, muss ich prioritäten setzen. der ziemlich verlotterte zustand des gartens seit letztem herbst ist ein zeichen!

und so habe ich beschlossen, dass erstmal kein gemüse mehr angebaut wird. mit dem zier-, erholungs-, kräuter- & obstgarten habe ich immernoch genug zu tun. aber geld ausgeben plus arbeit/energie investieren für wg. chaoswetter kaum nennenswerte gemüseernten - nö. werden die zucchini und bohnen und tomaten eben im bioladen oder direkt bei der profi-gärtnerei gekauft.

ich werde den gemüsegarten gründlich aufräumen, das gestänge vom folientunnel, die bohnenstangen und die pflanzgefässe werden eingelagert. vll. hab ich ja näxtes jahr wieder lust und ideen für den gemüseanbau......








im februar

ist das wetter mal mild, kann man gut im garten arbeiten - z.b. gehölze verschneiden. allerdings sollte man sichergehen, dass sie danach auch minusgrade vertragen - sommerflieder mag nämlich keinen frost an frischgeschnittenen ästen, mein 1. wäre mir wg. spätfrost nach dem schneiden fast eingegangen.
liguster, hasel, wildrose, koniferen allerdings lassen sich nicht erschüttern - und besser jetzt den grund- und erziehungsschnitt machen als im märz/april, wenn die vögel schon in den hecken nisten......

und ja - im naturnahen garten darf es in form geschnittene gehölze geben - gerade dort, strategisch plaziert, geben sie struktur - etwas, was gerade "natur-gärtner*innen" oft vernachlässigen.
auch die wildhecken müssen mindestens 1x im jahr gestutzt werden - sonst hat man irgendwann buschland statt garten......

und so habe ich mit hecken- & astschere hantiert - sichtachsen wieder freigelegt, in den "verkehrsraum" ragendes und abgestorbenes entfernt, die gewünschten formen "herausgearbeitet". oben im bild die liguster-formschnitthecke und davor eine wildrose, die ich seit 3 jahren mittels eines armiereisens und strategischem schnitt zu einem bogen richtung sommersalon forme.


als es wieder anfing zu stürmen habe ich drinnen die gartenscheren geschliffen.........









kein schöner anblick

das erdbeerbeet war mir völlig entglitten. ausserdem trugen die pflanzen wg. überalterung letztes jahr nur mässig..... die flaschen auf stecken hatten nur wenig gegen die wühlmäuse ausrichten können - erdbeerwurzeln sind für die eine delikatesse. und weil die pflanzen so geschwächt waren, waren die fruchstengel sehr zart und neigten sich zu boden - so hatte ich, um schimmel zu vermeiden, pflanztöpfchen unter die beeren platziert. 
jetzt im winter sah das arg nach müllhalde aus. zumal in verbindung mit dem abgestorbenen unkraut.

also erstmal für die gelbe tonne gesammelt. 
dann mit der harke eine ganze schubkarre abgestorbenes material entfernt - das kam auf den "graskompost" - ein extra haufen nur für rasen- und wiesenschnitt und andere schwer verottende gartenabfälle. aber nach 3 jahren und 1x umsetzen wird auch daraus herrlicher humus.....










man muss loslassen können. wenn eine tür zugeht, geht eine andere auf. nachdem ich den entschluss gegen das gemüse gefasst hatte, war mir sehr viel leichter. und ich hatte gleich vielmehr lust, mich um die anderen gartenteile zu kümmern!
ich werde euch auf dem laufenden halten.....



Donnerstag, 8. Februar 2024

EXTRA FÜR FRAU HUMMEL!

 




abkühlung

es ist mal wieder viel zu warm. wenigstens regnet es.

ich weis, dass meine blogfreundin frau hummel den winter liebt - also richtigen winter mit frost und schnee. am besten von dezember bis märz......

damit sie sich nun wenigstens virtuell ein wenig kühlen kann, gibt es heute winterliche bilder aus dem jahre 2021 - die lagen noch in der entwurfsabteilung herum.

felsenheimat im januar.

































Sonntag, 4. Februar 2024

PILLNITZ.SCHNEE.KLIMAWANDEL

 





des bahnwärters lieblingspark- 
& -schlossanlage

der schnee und die eisige kälte dieser fotos täuschen - es wird immer wärmer. wobei "wärmer" ein euphemismus ist - HEISSER ist das richtige wort. 2023 war der heisseste sommer der jemals aufgezeichnet wurde - selbst in unserer "waldlage" herrschten tage- bzw. wochenlang 38°C tagestemperatur - ich kann mich noch erinnern, gar nicht so lange her, dass 28° als "heiss" galt. 
und 2024 soll noch heisser werden.......

das kriegen auch die schönen alten parks zu spüren. vor allem die grossen, über 100 jahre alten bäume kommen im sommer an ihre grenzen - zuwenig wasser in form von regen und grundwasser und enorme sonneneinstrahlung, für die diese nördlichen bäume gar nicht gemacht sind.









klimakatastrophe

hier stehe ich vor einer alten buche, die die gärtner verzweifelt versuchen, vor der viel zu heissen sonne und der starken UV-strahlungzu schützen. im moment hat sie viele dicke knospen - was wohl dem regnerischen herbst geschuldet ist. aber man sieht auch, dass sie nurnoch an den astenden austreibt - normalerweise müssten überall auf den langen dicken ästen kleine ästchen mit blattknospen sitzen........


eine der herrlichen solitärbuchen im pillnitzer schlosspark ist schon geschichte - sie war so geschwächt von hitze und wassermangel, dass sie sich nichtmehr gegen einen baumpilz wehren konnte. der pilz nahm überhand und das verhängnis seinen lauf.......

am ende half nur fällen - schliesslich flanieren täglich hunderte menschen im park und so ein wegen schwäche abstürzender buchenast hinterlässt einen nachhaltigen eindruck an einem menschlein.
man liess einen hohen stumpf stehen und ein kettensägen-künstler durfte sich dran austoben - muss man nicht mögen. aber der stumpf immerhin dient nun vielen krabbeltieren als wohnung.








gartentips

wenn ihr einen garten habt, und keine vernünftge idee, wie den gestalten - auch dann lohnt es sich nach pillnitz zu gehen.....

in hainbuchen-karrees wurden jeweils verschiedene gartenformen angelegt - auch wenn der eigene garten kleiner als so ein buchenumfasstes rechteck ist, kann man sich hier einiges abschauen. auch, wie ein garten im winter hübsch ausehen kann.

hier 2 meiner lieblingsgärten: 
oben der trockenstauden-garten, den ich wegen seiner schlichten formalen und doch naturnahen gestaltung mag. und natürlich wegen der mehrjährigen stauden - sie sind des gärtners grosser treuer freund. extrabonus - trockenheitsverträgliche pflanzen werden immer wichtiger. 

unten der waldgarten. hohe koniferen beschatten im sommer rhododendron, azaleen, hortensien, funkien und andere schattenliebende pflanzen....... und selbst an heissen tagen ist es wunderbar kühl in diesem karree.















anziehe

komfort und kälteschutz.
bis auf die kunstlederleggings (und wäsche/socken) alles 2.hand. der rock ist ein handgewebter, handbestickter maya-rock.
















Sonntag, 28. Januar 2024

WEM DIE VINTAGE GÖTTER HOLD SIND....






SORRY

es tut mir ja wirklich leid für all die, die in 2.hand-läden kein "glück" haben..... 

äh - nicht. denn die sache hat mit glück sehr wenig zu tun - mehr mit sehen & fühlen können und mit wissen & erfahrung. und einer grossen liebe zu hochwertiger kleidung.


grosses wort: HOCHWERTIG

wird ja heute gern irgendwo drangeschrieben, um die marge zu vergrössern.... was da nicht alles hochwertig heisst und bei näherer betrachtung und nach der 2. wäsche zu lumpen zusammenfällt......
deswegen muss man gucken, fühlen und vor allem wissen. es nützt nix, einen stoff anzufummeln/-starren, wenn das gefühl an der hand/das bild im auge im hirn nirgends andockt - sprich: man muss irgendwann gelernt haben, wie sich etwas anfühlt (respektive aussieht), dass 30 wäschen tadellos übersteht und auch nach 20 jahren noch kleidsam ist. und zwar kleidsam für einen persönlich - nicht für irgendeinen D-promi, dessen insta-account man abonniert hat. und auch das, was an der besten freundin hinreissend aussieht, ist für einen selbst nicht immer die beste wahl......


ihr erinnert euch sicher an den 2.hand-laden, in dem ich neulich meine "neue" winterwanderjacke gekauft habe...
dort stand ein ganzer kleiderständer voll mit handgestrickten wollpullovern in diversen stilen! mit 18€ pro stück kein "schnäppchen" in einen solchen laden - aber wer schonmal gute wolle gekauft und sich die mühe des pulloverstrickens gemacht hat, dem treiben 18€ die tränen in die augen.

wenn man nun solchem pullover-schlaraffenland ausgesetzt ist, dann ist es hilfreich, sich selbst zu kennen - farbtyp, passform, den rest des kleiderschrankes. ich habe 2 rausgefischt und der BW hat sie jeweils an mir fotografiert - das ist meist hilfreicher als ein schlecht ausgeleuchteter spiegel. am ende wurde es der geringelte - herrliche wolle, schöne ungewöhnliche farben und die passform stimmt.

und ja - er passt zu den meisten röcken in meinem schrank!
(diese beiden hier DIY - wie fast alle...).







W I N T E R I N T E R M E Z Z O









IT´S A MATCH!

auch wenn mir die vintage-götter hold sind - gekauft wird trotzdem nur selten was - 3-5 teile - im jahr. für mich macht es nämlich absolut keinen sinn, eine vollkommen unübersichtliche menge "modewaren" zu horten - nur um sie zu besitzen. oder des kaufrausches wegen. bin weder messi noch suchtgefährdet.

aber dass die letzten sommer am flo-mi gekauften vintagen stiefel (80er) so dermassen gut zu meinen beiden - ebenfalls vintagen - wintermänteln passen - das entlockt mir schon ein kleines grinsen...... zumal ich mitten im sommer null gedanken an die wollmäntel verschwendet hatte.

der norwegische tweedmantel ist schon 12 jahre in meinem schrank und ca. 65 jahre alt - der lodentyp aus österreich wird wohl aus den 80ern sein und wohnt seit mindestens 5 wintern bei mir.







HAND ANLEGEN

nicht immer sind die vintagen sachen "ready to wear" - da ist es hilfreich, wenigstens rudimentäre fähigkeiten mit nadel&faden zu haben......

die kosaken-schaffellmütze (flo-mi) hatte leider ein fieses polyesterfutter - was für "touristenware" spricht, die sich jemand von einer reise mitgebracht hat.
aber das fell - die hauptsache - ist echt und ein neues futter aus einem weichen wollrest - fischgrat-tweed! - macht die mütze sehr angenehm am kopp:








die saporoger kosaken schreiben dem türkischen sultan einen brief

herrliches bild - einfach grossartig! 2 x 4 meter im original. so viel leben. man meint, gleich purzelt einem so ein wilder typ aus dem bild heraus vor die füsse.....
den inhalt des besagten briefes gibt es bei wikipedia zu lesen.





Von Ilja Jefimowitsch Repin - The Yorck Project (2002) 10.000 Meisterwerke der Malerei (DVD-ROM), distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH. ISBN: 3936122202., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=158198








Sonntag, 21. Januar 2024

FROST.

 






ein bisschen winter

heute ist der letzte tag einer bilderbuch-winterwoche - gestartet mit barfrost, fing es dann am mittwoch ganz leise an zu schneien, eher schneegriesel. in der nacht zu donnerstag kam dann eine handbreit schnee herunter, die der starke frost (nachts um die -10°C) in glitzernden pulverschnee verwandelte....

magische weisse, sonnenschein, blauer himmel, wenig wind, die tägliche routine aus holzmachen, kohlen holen, asche rausbringen und heizen hat mir richtig schön den kopf leer gemacht - was sich nun leider darin äussert, dass ich heute keinen inhaltsschweren text veröffentlichen kann!

selbst die fotos sind "alt" - die habe ich anfang januar geschossen, kurz nachdem sich das hochwasser zurückgezogen hatte. der radweg, auf dem ich spaziert bin, stand hüft- bis brusthoch unter wasser während der flutung. treibgut in den bäumen, gefrorener schlamm auf asphalt und in der tiefstehenden wintersonne blinkendes wasser im altarm sind die zeugen.
und eine grüne fahrwassertonne - losgerissen von der gewalt des wasser und an einer gruppe weiden angetrieben......