Donnerstag, 26. Januar 2017

elbsandsteinglühen



spät im leben habe ich es für mich entdeckt - das bergsteigen. von weitem hat es mich fasziniert, aber in meiner näheren umgebung waren alpinismus und klettern keine themen.....
bis ich mit anfang 30 einen bergsportbegeisterten traf - incl. seiner bergkameraden. die ersten kletterwege ging ich im elbsandstein, an einem langem sommerwochenende. wir schliefen draussen, ohne zelte, lebten von hartem brot und knackwürsten und böhmischem bier. 4 herrliche, sonnendurchflutete tage - und gewaschen habe ich mich erst wieder zuhause.
von da an war ich infiziert. es folgten touren auf korsika, in den karpaten und den alpen, und immer wieder elbsandstein. einmal versuchten wir ein obskures minigebirge in niedersachsen zu beklettern - den ith. leider goss es drei tage in strömen. ich bin in aufgelassenen steinbrüchen, in kletterhallen und an natursteinmauern geklettert. und zwischendurch war ich richtig gut darin.
was das alles mit diesem francesco lacedelli zu tun hat? der hat seine erste tour als bergführer im alter von 67 unternommen, den alpenerforscher grohmann auf die tofana di mezzo geführt. 1863. faszinierend.
ist übrigens 90 jahre alt geworden, der francesco.




wenn ich mir den wikipedia-eintrag über lacedelli durchlese dann fallen mir auch all die bücher und texte übers bergsteigen ein die ich seit meinem erstem kletterausflug verschlungen habe. die namen der berge, der bergsteiger und der ortschaften habe ich alle schonmal woanders gelesen. in geschichten von geglückten abenteuern und schlimmem scheitern, grandiosen gipfelsiegen und dem kleinem bergglück........






mittlerweile finde ich mich manchmal schon ziemlich gebrechlich. aber dann fällt mir ein "wer rastet rostet". und das louis trenker mit 99 nochmals aufs matterhorn gekraxelt ist, mit einer jungen seilschaft. die ganz grossen berge werden es wohl nichtmehr in diesem leben - schon weil das ganze auch eine reichlich teure angelegenheit geworden ist. einfach so sein zelt in einem lauschigem alpentale aufstellen geht schon lang nichtmehr. 
aber jede tagestour, die ich auf eigenen füssen beende, ist ein kleiner sieg.
auch wenn ich nur den hiesigen bergen auf ihre sandsteinernen häupter steige - das glücksgefühl beim tun, dieses völlige beisichsein während des weges durch die felsen ist immer da. denn es hat nichts mit adrenalin und grossen höhen und deren gefahren zu tun. 
und eigentlich kann man´s nicht erklären - nur fühlen.





alle bilder aus den fenstern des BWH geknipst.

Kommentare:

  1. Euer Fensterblick ist unbezahlbar. Ich freue mich für Dich, dass Du das Bergsteigen und Bergwandern für Dich gefunden hast.
    Dieses bei sich sein habe ich früher beim Segelfliegen immer so genossen. So einfach über den Dingen und Geräuschen zu sein.
    Weiter gute Wege wünscht Dir
    Ines

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    1. wohl war!
      segelfliegen klingt wunderbar! warum hast du es aufgegeben? xxxxx

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  2. Wunderschöne Bilder <3
    Ohne selbst zu klettern, kann ich deine Faszination für das Erklimmen der Berge verstehen. Es ist wahrscheinlich auch dieses Gefühl der Freiheit, die man da oben hat, damals noch viel mehr gell :) Da du sehr erfahren bist im Wandern, wirst du das noch lange ausüben können und dir deine Siege mit nach Hause bringen <3 Mir geht es ähnlich wenn ich eine kleine Reise oder einen Ausflug geschafft habe :)
    Umarmungen <3

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    1. dankeschön!
      dachte ich mir das du das verstehst! :-) und ja - es ist ein gefühl der freiheit - und eins des einsseins mit sich und der natur - ach - dem universum!
      dir auch weiterhin schöne touren! xxxxx

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  3. Darf ich mir Euren Fensterblick mal für ein paar Tage im Jahr ausleihen? Im Gegenzug gibt es dann unseren Wald als Sichtschutz ;-)
    Spät im Leben ...mit Anfang 30.. Beate, wo sind wir denn dann jetzt? Geht doch gerade erst richtig los. Klettern würde ich auch gerne können aber ich muss schon froh sein, wenn ich etwas ausgesetzte Wege ohne Bange passieren kann.
    Am Ith war ich auch mal im strömenden Regen. Allerdings wollte ich dort nur ein bisschen herumlaufen und gucken. Bei dem Wetter habe ich dann nur den Hund ausgeführt und bin frustiert zurück. Ist ja nicht so weit für mich als Niedersachenbewohnerin.
    LG Karen

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    1. ich fürchte, die haben eine grosse regenwolke über dem ith festgezurrt..... hörte es auch schon von anderen :-)
      fürs bergsteigen ist 30 ein später anfang - gute bergsteiger haben um 30 rum ihre beste zeit mit höchstleistungen - da muss mann aber schon als kind anfangen! insofern..... aber deswegen ja lacedelli - seine story macht mut :-)
      xxxxx

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  4. Alle Bilder aus den Fenstern geknipst? Ihr könntet Zimmer vermieten, die wären bestimmt andauernd ausgebucht. ;)

    Bin außerdem sehr angetan von deinem Bericht über das Bergsteigen. Hat sich hier nie so ergeben und wenn ich die Wahl habe, irgendwohin zu fahren, dann meist in Richtung Nord- oder Ostsee. Ein Urlaub am Gardasee (schon ewig her) war allerdings einer der schönsten, an den ich mich erinern kann, denn da hattest du den See (den liebe ich wirklich) und die Berge im Hintergrund. Und wir haben selbstverständlich die Touri-Tour auf den Monte Baldo gemacht und das war schon beeindruckend. Hat was, so über allem zu "schweben". Steht auch ganz oben auf meiner (Spießer)Reiseliste. Allerdings will ich nicht vier Tage im Freien schlafen - Dach überm Kopf nehme ich gerne am Abend und die heiße Dusche auch. Ja, nenn mich blöde Tusse. ;D

    Liebe Grüße!

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    1. für´ne tusse biste aber richtig cool :-)
      @zimmer: wir haben ja ein "gästezimmer". allerdings donnert auch die eisenbahn am haus lang... das fürchten viele - grundlos muss ich sagen.

      gardasee möchte ich auch mal sehen! vll. schaffen wir ja doch noch die alpenrundreise mit dem VW-bus. steigeisen im gepäck versteht sich!
      xxxxxx

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    2. Gardasee muss sein für Kletterer (und Nicht-Kletterer). Allein schon Arco ist doch der südliche Kletterer-Traum schlechthin. Natürlich nicht im Hochsommer, denn der See ist sehr überlaufen inzwischen. Die Westseite zwar nicht ganz so arg, aber auch. Dennoch immer wieder schön.

      Dein Elbsandstein allerdings auch. Pah, gnadenlos schön im Abendlicht! Kein Wunder, dass das Klettergen bei Dir immer ziepst.
      Gut, dass Du ihm immer wieder nachgibst und uns schönste Fotos schickst von den Touren.
      Ganz liebe Grüße von Sieglinde, die sich da einfach mal zwischenrein gedrängt hat...

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    3. darfst du liebe sieglinde!
      ich glaub in arco muss man wartenummern ziehen an den einstiegen ;-)
      wenn ich auch keine seilschaft mehr habe - für´n klettersteig reichts - und die sind hier auch schon ganz schön sportlich - vor allem die unbekannten.
      is übrigens morgenlicht!
      xxxxxx

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    4. Ach ne, doch Morgenlicht.... ich habe noch gezögert beim Schreiben!
      Is ja noch schöner, wenn der Tag schon so beginnt!
      Bei uns in der Fränkischen hängen die Kletterer ja auch in allen Felsen. Da gibts ja auch sehr anspruchsvolle Touren, wie ich mir sagen ließ. Aber am Gardasee ist der abendliche Ausklang dann doch irgendwie noch schöner :-).
      - Wieder dazwischengezwängt, puh!! -
      Aber Du nimmst es ja sportlich und Anna hoffentlich auch...
      Liebste Grüße Euch Beiden!

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  5. Um den Blick beneide ich Dich total. Ich hab so gern Weitblick mit Aussicht. Deine Gedanken kann ich schon nachvollziehen.
    Drück dich <3 Tina

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    1. ja - aus´m fenster gucken ohne auf nachbars hauswand zu starren war ein wichtiges kriterium beim hauskauf!
      schön dass du mir folgen kannst! ich hatte es gehofft! <3
      xxxxxx

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  6. Liebe Beate,
    schön deinen Blog auf diese Weise kennenzulernen. Ich bin eher ein Meermensch als ein Gebirgsmensch, war schon immer so. Das, was du beschreibst, das bei sich sein, kann ich bei einem ausgedehnten Spaziergang am Strand erleben, im Gebirge eher nicht, weil ich mich da immer hoch"quäle".

    Ich bin froh, dass wir auch einen schönen Blick haben in unserem Häuschen. Gratulation zu eurem Bahnwärterhäuschen!

    LG Nina

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    1. willkommen!
      ja - bergaufgehen ist nochmal ein ganz anderer schuh.... aber kann man auch lernen. am meer geh ich am liebsten im herbst/winter spazieren....
      xxx

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  7. Das find ich schön. dass Dich das Bergsteigen so begeistert. Man kann Deine Freude darüber wirklich aus jeder Zeile lesen. Und nicht nur bei diesem Post.
    Ich hoffe Du kannst es Dir noch lange einrichten.
    LG Sunny

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  8. Sehr stimmungsvolle Bilder! Eine Leidenschaft braucht jeder - und dann ist das Alter eher untergeordnet. Sicher ist man in jüngeren Jahren fitter und leistungsfähiger - aber mit zunehmendem Alter entwickeln wir ja auch andere Maßstäbe und die Dimensionen eines Sieges unterliegen völlig anderen Kriterien. In diesem Sinne finde ich Deine Sichtweise ganz wunderbar. Alles ist subjektiv! Genieße DEINE Siege - ob aus dem Fenster schauend den herrlichen Blick genießend oder nach einer anstrengenden Tagestour ...
    Herzlichst Antje

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    1. danke antje! du hat ja schon ein bisschen davon live erlebt - und auch dass dass erleben nicht an metern oder minuten hängt :-)
      alles liebe! xxxxx

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  9. Ich bin sehr beeindruckt von Deinem Bericht - es hat mich mitgerissen. Als Küstenkind geht meine Erfahrung mit Bergen gegen null, obwohl ich - wenn ich mal da bin - immer fasziniert von ihnen bin. Wir sind eher auf dem Wasser unterwegs, segeln in einsamen Schären, ganz allein in einer Bucht vor Anker. Auch eine Art von Freiheit, auch wenn es etwas ganz anderes ist, als in den Bergen zu klettern.

    Liebe Grüße
    Birgit

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    1. diese freiheit auf dem wasser kenne ich gut - wir sind auch leidenschaftliche faltbootwanderer - gebirgsmarine quasi :-)
      xxxxx

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  10. Berge sind was Wunderbares, ohne könnte ich auch nicht. Gut, dass sie sich hier rund ums Haus gruppieren! ;oD Aber ich bin ja 'ne Memme, was das Klettern anbelangt. Kann mir nicht vorstellen, irgendwo in der Wand zu hängen, unter mir wasweissichwieviele Meter freier Fall....Schauder.....Aber das mit dem "Ganz-bei-sich-sein", das kenne ich vom Reiten. Eins mit dem Pony im Wald, grade jetzt, in dieser eisigen Ruhe...aber ich wiederhole mich....! ;oD
    Allerdings gefällt mir auch die Idee, dass es nie zu spät ist für irgendwas. Mit 99 auf einen Paartausender zu kraxeln- Chapeau! Meine Mutti meinte immer, wenn sie nochmals jung wäre würde sie das Reiten anfangen. Ich hab ihr immer gesagt, dass sie das auch jetzt noch könne. Sie hat sich aber nie wirklich getraut. Schade eigentlich.
    Herzliche Grüsse ins idyllisch gelegene BWH, geniesst den Abend!

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    1. hummel - man "hängt" nicht - man STEHT! das ist ein riesenunterschied wenn man mal drübernachdenkt :-)
      dafür fürchte ich mich ein bisschen vor pferden, jedenfalls vor den meisten. vll. weil viele pferde die man so trifft einen schaden haben vom halter - weist was ich meine. falls wir irgendwann mal das geld über haben werde ich mit dem BW reiten gehen, er ist ja hier der pferdeflüsterer :-)
      knuddelz! xxxxx

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    2. Achsooo!! *handklatschvordiestirn*. JETZT verstehe ich! Man steht....... :oD
      Nur mal so am Rande: Du solltest unbedingt meine Ponys kennenlernen. Vor denen braucht sich niemand zu fürchten. Die sind so ehrlich, nett und umgänglich! Du kannst ihnen zwischen den Beinen durchkrabbeln- da passiert gargargarnüscht!
      Frohes WE!

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  11. Wir sind ja nicht so Berghühner als Niedersachsen. Allerdings lieben wir den Aufenthalt in der Natru total. Und während unserer Tage im Berechtesgadener Land haben wir das Wandern und die rauen Berge echt lieben gelernt. Also kann ich mir deine Leidenschaft sehr gut vorstellen. Der Natur so ausgesetzt zu sein, ist schon was ganz Einzigartiges. Und wenn wir jetzt auf einer Insel in NF sind, dann ist die Natur, der Wind und das Watt so unmittelbar. Das ist fast ähnlich...Drück dich und LG Sabina

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    1. mein lieblingsreiseschriftsteller schrieb dass BERGE und MEER beides "ABSOLUTE LANDSCHAFTEN" sind.....
      wo er recht hat hat er recht! :-)
      drücker! xxxxx

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  12. It feels amazing and magical (no purple unicorns - but true magic!) to discover our true passions in life. Through them, we discover the meaning of it all - why we came to this planet earth - to Love, to experience Joy and Freedom. In one word, to Create, whatever form it might take. Mountaineering is a form of Creativity to you, and it is meaningful and profound. Whatever brings us that much inner joy, is a profound thing, and we have to listen to it and cherish it. We can begin again at any age...

    Love you!

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    1. if one hikes very high and has forgotten his lunch then there are purple unicorns sometimes ;-)
      you nailed it! true, wise words my friend! thank you! much love and huge hugses! xxxxxx

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  13. Du schaffst es, in ein paar Zeilen die Atmosphäre rüberzubringen, das ist irre. Und die Bilder dazu - ich beneide Euch um Euren Ausblick. Egal, ob Züge vorbeifahren. Dieser Berg... hach, sagt eine, die eigentlich viel lieber Wasser mag :-)
    Liebe Grüße
    Fran

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    1. ***huch***
      fran - ich empfinde deinen komment als riesenlob weil vom profi! merci cherie! ***freu***
      xxxxx

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  14. also den ith als obskures minigebirge zu bezeichnen grenzt ja schon an frechheit ;-)!! wir sind doch hier im norden froh um jedes felslein, dass wir erkraxeln können!!
    als kind wollte ich auch immer bergsteigerin werden und bin in der kasseler umgebung jeden felsvorsprung hochgeklettert. leider ist es dann nicht dazu gekommen, aber wandern und draußensein ist mir immer noch die liebste freizeitbeschäftigung, auch wenn rücken und knochen nicht mehr endlostouren zulassen. aber es geht ja auch gut im kleinen!!
    schön hast du das erzählt!!
    liebe grüße
    mano

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  15. How wonderful to have such amazing views from your own windows. I'd be watching and taking photographs all the time. Not climbing, though, as my vertigo wouldn't allow it. But it's great you have discovered a passion for it, which is totally obvious from your wonderful post. Big hug! xxx

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  16. wundervoller ausblick aus dem BWH und schöner einblick in dein leben :-) xoxoxo

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